Erklärung nach Führungswechsel
Hausbau kostet Kommandanten-Amt

Sie hätten das Problem doch einmal ansprechen können.
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Kirchenthumbach
21.01.2016
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Thurndorf. Eine Niederlage, aber Stefan Bernhardt trägt sie mit Fassung: Bis Freitag war er Kommandant der Feuerwehr, bei der Jahreshauptversammlung meldete sich für ihn überraschend ein Gegenkandidat. Der bisherige Stellvertreter Manuel Müllner gewann die Kampfabstimmung tatsächlich mit 15:5 Stimmen (wir berichteten). Für Bernhardt ist dies kein Grund, sich zurückzuziehen. "In Thurndorf haben wir nicht so viele Aktive", sagt er. Zum Wohle der Wehr wolle er dabeibleiben.

Wie es genau weitergeht, möchte der 31-Jährige noch in dieser Woche mit seinem Nachfolger klären. Der Gesprächstermin ist schon vereinbart. Auf Müllner sei er ohnehin nicht böse: "Er hat sich da in etwas reinziehen lassen." Die Drahtzieher vermutet der Ex-Kommandant in der Führung des Feuerwehrvereins. In den vergangenen beiden Jahren hat der Hausbau die Zeit eingeschränkt, deshalb habe er sich bei Vereinsterminen rar gemacht, gibt Bernhardt zu. Er glaubt, dass ihm das manche im Vorstand übelnehmen. Aus Zeitgründen habe er manchen Festzug ausgelassen oder den Kirchgang verpasst. "Ich wollte meine Pflicht als Kommandant nicht vernachlässigen." Dienstpläne und Übungen habe er immer pünktlich organisiert.

Das bestätigt sein bisheriger Stellvertreter. "Fachlich gab es keine Probleme", sagt Müllner. In den Wochen vor der Versammlung sei er trotzdem angesprochen worden: "Mir haben einige gesagt, dass sie nicht mit Stefan Bernhardt weitermachen wollen." Müllner ließ sich überreden. "Wir können es uns nicht leisten, dass welche wegbleiben, weil ihnen der Kommandant nicht passt." Er selbst habe mit seinem Vorgänger kein Problem. Er habe Bernhardt auch vorab über seine Pläne informiert. Das bestätigt der Abgewählte. "Das war aber zu kurzfristig." Bei der letzten Vorstandssitzung ging es um die Dienstpläne. "Ich sollte sie schreiben", sagt Bernhardt. Drei Tage später folgte die Abwahl.

Vorgesehen war, dass Bernhardt den Stellvertreterposten übernimmt. Das wollte Bernhardt nicht mitmachen. "Es sollte aussehen, als wäre der Wechsel abgesprochen." Er glaubt zudem, dass bestellte Wähler zur Versammlung kamen. "Da waren Leute, die gar nicht mehr in Thurndorf wohnen." Diese Heimlichtuerei wirft er den Gegnern vor. "Sie hätten das Problem doch ansprechen können." Offene Kritik habe es aber nie gegeben. "Alle wussten, dass ich baue. Wieso hat keiner gesagt, ich soll so lange Stellvertreter machen." Das Haus ist nun fertig, Bernhardt hat mehr Zeit - aber kein Amt mehr.
Sie hätten das Problem doch einmal ansprechen können.Der abgewählte Kommandant der Thurndorfer Feuerwehr Stefan Bernhardt
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