Feuerwehr Kirchenthumbach rückt bei Sassenreuther Kollegen zum Patenbitten für die Fahnenweihe ...
„In höchster Not“ auf den Knien

Mit einem Großaufgebot an Einsatzkräften rückte die Feuerwehr Kirchenthumbach in Sassenreuth zum Patenbitten an. Auch Bürgermeister Jürgen Kürzinger (stehend, Mitte) und Pater Dr. Benedikt Röder (links) unterstützten ihren auf Knien vorgetragenen Wunsch. Bilder: ü (3)
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Kirchenthumbach
10.05.2016
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Die Führungsriege der Sassenreuther Wehr wollte ihre Kirchenthumbacher Kollegen knien sehen. Erst dann hörte sie sich vor zahlreichen Zuschauern deren flehentlich vorgetragene Bitte um Übernahme des Patenamts bei der Fahnenweihe an.

Das flehende Bitten hat sich gelohnt: Die Kirchenthumbacher Feuerwehr hat für die Weihe ihrer neuen Fahne am 17. Juli einen geeigneten Paten gefunden - es sind die Kollegen aus Sassenreuth.

/Sassenreuth. Mit Glanz und Gloria, Quetschn-Musik und Trommelwirbel waren die "Thumbacher Feierwehrler" am Nachmittag des Vatertags in Sassenreuth eingefallen. Der Auftrag des Kommandanten war klar definiert: "In Demut um die Patenschaft bitten." Die entsprechenden Verse waren in lustige Reime verpackt und wurden von den Vorstandsmitgliedern höchstpersönlich vorgetragen. Musikalisch begleitet wurden sie dabei von Ludwig Lindner auf der Steierischen und Johannes Leipold mit der Trommel. Als "geistlicher Notar" war Pater Dr. Benedikt gewonnen würden.

"Wir sind heut zu euch rauf nach Sassenreuth in höchster Not, doch sagen wir zuerst einmal herzlich 'Grüß Gott'", startete Vorsitzender Wolfgang Böhm das Patenbitten. "Ihr wisst es schon lange, ihr Jungen und Alten, wir wollen in diesem Sommer unsere Fahnenweihe halten. Dazu braucht man natürlich, wie könnt es anders sein, schon seit jeher einen Patenverein."

"Ein Scheit für Vier"


Doch so einfach gestaltete sich die ganze Sache nicht. "Um Euer Anliegen zu verstehen, möcht ich euch doch erst einmal knien sehen", verkündete Sassenreuths "Feuerwehr-Häuptling" Stefan Lindner vor zahlreichen Zuschauern. "Leute, bringt es schnell her zu mir, wir brauchen ein Scheit für diese Vier." Auf dem "Scheit" kniend ging der Kirchenthumbacher Kommandant Torsten Goß auf die 150-jährige Geschichte der Wehr ein. Sein Adjutant Florian Leipold ergänzte: "So wollen wir in Dankbarkeit für die vergangene lange Zeit das Jubiläumsjahr gestalten und dazu ein fröhliches Fest abhalten. Dieses Jahr im Juli soll es sein, wir laden euch dazu herzlich ein. Mit der Bitte obendrein, Paten bei unserer Fahnenweihe zu sein."

"Schon unter Prinzregent Luitpold, zu früherer Zeit, wart ihr für uns zur Patenschaft bereit", meldete sich Wolfgang Böhm nochmals zu Wort. "Drum auf ein Neues, Sassenreuther Kameraden, steht uns wieder zur Seite als Paten. Um unserer Bitte Ausdruck zu verleih'n, kommen wir heute nicht allein", wie der Vorsitzende auf seine starke Mannschaft sowie Bürgermeister und Pfarrer hin. Auch die Aussicht auf ein Fass Bier und eine Brotzeit führte er gegenüber den Sassenreuthern ins Felde. "Zerknirscht knien wir im Staub, und fragen mit Verlaub, 'Oh, erhöret unser Bitten, wir haben jetzt schon genug gelitten'", schloss Böhm sein Bitten und Betteln.

Gemeinsame Brotzeit


Dieses zeigte Erfolg: Die Sassenreuther Brandschützer nahmen die Patenschaft an. Die Wortführer aus Kirchenthumbach waren erleichtert: "Gar herzlich bitten wir, bringt's uns jetzt wenigstens ein Bier. Und lasst uns aufsteh'n, es zu kosten, um auf die Patenschaft zu prosten. Kommt als Paten und seid unsere Gäste, in diesem Jahr bei unserem Jubiläumsfeste." Nach einer kurzen Ansprache von Bürgermeister Jürgen Kürzinger luden die Kirchenthumbacher zur Brotzeit in gemütlicher Runde ein.
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