Feuerwehr Thurndorf feiert ihr Gründungsjubiläum
145 Jahre im Dienst

Die Fahnenweihe der Feuerwehr Thurndorf im Jahre 1907. Repro: ü
Vermischtes
Kirchenthumbach
17.05.2016
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2003 wurde das Dachgeschoss zu einem Schulungsraum ausgebaut und vom im Mai 2010 verstorbenen Pfarrer Pater Paul Mietki gesegnet. Zum diesem Ereignis kamen 2. Bürgermeister Gerd Dettenhöfer, Kreisbrandinspektor Georg Tafelmeier, Thomas Looshorn, Jürgen Sertl, Pater Paul, Bürgermeister Fritz Fürk, Stefan Schwemmer, Margit Retsch, Vorsitzender Reinhard Busch, Gerhard Oberst, Theo Looshorn und Kreisbrandmeister Thomas Schreml (von links). Bild: ü

Die Feuerwehr Thurndorf feiert ihr 145-jähriges Bestehen. Sie erhielt sich trotz Geldnöten und Kriegen. Am Wochenende, 21. und 22. Mai, steht das Gründungsfest im Mittelpunkt.

Thurndorf. Gegründet wurde die Wehr am 25. Mai 1871, nachdem der Bezirkstagspräsident ein Jahr zuvor die Gemeinden aufrief, organisierte Feuerwehren ins Leben zu rufen. Bereits am 18. November 1872 beschloss die Gemeinde den Bau des ersten Feuerwehrhäuschens. Dem damaligen Protokoll ist zu entnehmen, dass von den 56 stimmberechtigten Bürgern 32 erschienen waren. Die Baukosten beliefen sich auf 115 Gulden. Den geschichtlichen Aufzeichnungen von Gerd Dettenhöfer zufolge bemühten sich die Verantwortlichen schon 1886 um Zuschüsse für die Anschaffung einer Löschspritze. Am 30. April 1888 wurde der Kaufvertrag mit der Nürnberger Firma Justus Christian Braun über die Lieferung einer Löschmaschine abgeschlossen. Diese Spritze ist noch heute voll funktionsfähig.

Akten verbrannt


Obwohl die Gemeinde alles daransetzte, die Wehr zu erhalten, schienen die Aktiven weniger Interesse am Dienst gehabt zu haben. Der Inspektionsbericht des Bezirksamtes fiel entsprechend negativ aus. Die Vereinsgeschichte der Feuerwehr Thurndorf wurde in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts durch die beiden Weltkriege geprägt. Viele der Feuerwehrkameraden mussten ihr Leben lassen oder kehrten verwundet zurück. Alle Akten über die Wehr, die sich in den Händen des langjährigen Kommandanten Hans Oberst befanden, wurden von der amerikanischen Besatzungsmacht verbrannt. Die Soldaten konnten NS-Uniformen nicht von der Feuerwehruniform, die beim Kommandanten im Schrank hingen, unterscheiden. Das neue Jahrhundert begann für die Thurndorfer Wehr mit Problemen in der Vereinskasse. Viele Helme, Gurte und Dienstkleidung mussten angeschafft werden. So bat bedürftige Wehr um Zuschüsse . Sogar an den Thronerben Bayerns, Franz Luitpold, schrieb man ein Gesuch. Ein Bittbrief an die damalige Feuerversicherungsanstalt blieb nicht ohne Wirkung: 100 Mark bekamen die Thurndorfer zugewiesen.

Die erste Fahne, die noch erhalten ist, wurde im Jahr 1907 angeschafft. Die Fahnenbräute waren damals Theresia Oberst, Maria Reindl und Anna Höllerl. Als sich die Thurndorfer Gemeindekasse erholt hatte, schaffte die Wehr 1911 eine fahrbare Leiter an, 1934 zu Ergänzung des Feuerwehrschutzes zwei Löschweiher. 1949 erhielt die Wehr eine tragbare Motorspritze für 4012 Mark. 1966 erwarb sie als eine der ersten Dorffeuerwehren im gesamten Umkreis ein modernes Löschfahrzeug TSF 8, das später mit Sprechfunk ausgerüstet wurde. 1987 bis 1990 wurde das im Jahr 1890 erbaute Schulhaus zu einem Feuerwehrgerätehaus umgebaut. Eine halbe Million Mark hat das Projekt gekostet.

Neues Geld, neue Geräte


Das neue TSF 8 "Tanja" wurde 1993 in Dienst gestellt. 2003 wurde das Dachgeschoss zu einem modernen Schulungs- und Verwaltungsraum ausgebaut. Im selben Jahr baute die Gemeinde auf der Wiese neben dem Feuerwehrhaus einen unterirdischen Löschbehälter.

GründungsfeiernFür die Geburtstagsfeier "145 Jahre Feuerwehr Thurndorf" hat der Vorstand um Jürgen Sertl für die beiden Tage ein Programm zusammengestellt: So findet am Samstag, 21. Mai, im Festzelt am Feuerwehrhaus eine Rock-Night mit der Band "Bursting Pipes" statt. Das DFB-Pokalendspiel FC Bayern München - Borussia Dortmund kann vor Ort via Bildschirm mit verfolgt werden.

Am Sonntag, 22. Mai, feiern die fünf Feuerwehren aus dem Gemeindebereich ihren Florianstag. Die Feuerwehren aus Kirchenthumbach, Heinersreuth, Neuzirkendorf, Sassenreuth und Thurndorf treffen sich um 8.30 Uhr am Feuerwehrhaus zum Kirchenzug. Um 9 Uhr beginnt in der Pfarrkirche St. Jakobus der Festgottesdienst. Nach der Eucharistiefeier gibt es einen Weißwurst-Frühschoppen, ab 11.30 Uhr Mittagessen und nachmittags Kaffee und Kuchen. (ü)
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