Georgstag in Sassenreuth
Menschlicher zusammenleben

Die Blaskapelle aus Thurndorf führte den eher bescheidenen Kirchenzug an. Das war auch dem schlechten Wetter zuzuschreiben. Bild: rfü
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Kirchenthumbach
28.04.2016
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Kirchlich und weltlich wurde der Girglsdoch gefeiert. Angeführt von der Blaskapelle bewegte sich vom Feuerwehrhaus zur Filialkirche, wohl auch wegen der schlechten Witterung, ein doch eher bescheidener Festzug.

Sassenreuth. In seiner Begrüßung sagte Pater Dr. Benedikt Röder, vieles an der Lebensgeschichte des heiligen Märtyrers Georg sei legendär, besonders die Geschichte vom Kampf mit dem Drachen. Doch wenn man den Drachen symbolisch für das Böse sehe, dann sei der heilige Georg auch heute noch aktuell, denn das Böse sei in der Welt allgegenwärtig. Aber nicht nur da, sondern in jedem von uns gebe es die Möglichkeit, Böses zu tun. "Dagegen sollten auch wir ankämpfen", betonte der Geistliche.

In seiner Predigt sagte der Kirchenthumbacher Pfarradministrator, es bereite sich in unserer Gesellschaft ein heimlicher Unschuldswahn aus, der Schuld und Versagen immer nur bei anderen Menschen, bei der Vergangenheit, bei der Natur, bei Veranlagung und Milieu sucht. Die Erfolge unseres Tuns schlagen wir uns gerne selbst zu.

Bei negativen Folgen aber verleugnen wir unsere Zuständigkeit und suchen für unsere Fehler und unsere Schuld ständig neue Ausreden und Alibis. Diese Entschuldigungsmechanismen machen auch vor unserem zwischenmenschlichen Verhalten nicht Halt. Die ganze Lebenseinstellung und Lebensplanung wird dann nicht mehr vom Gefühl der Verantwortung füreinander geprägt, sondern von der Berechnung zum eigenen Vorteil.

Eine derartige Welt aber werde unmenschlich. "Darum meine Behauptung: Waches Sündenbewusstsein lässt auch menschlicher zusammenleben, während jede Sünde die Welt schlechter macht." Wer sich die Bilder von im Krieg zerbombten Städten anschaue, der ahne etwas von diesen Zusammenhängen.

Gott treu bleiben


Pater Benedikt bat die Gottesdienstbesucher: "Bleiben wir Gott treu, stehen wir auch in diesen schwierigen Zeiten zu ihm, wie der Heilige Georg, der in einer noch schwierigeren Zeit treu zu Jesus Christus gestanden hat. Unsere Welt braucht solche Menschen, sie lebt davon."

Allen, die den Namen des heiligen Georg tragen, gratulierte Pater Benedikt zu ihrem Namenstag. Die Kollekte war für die künftige Sanierung des Sassenreuther Kirchplatzes bestimmt, um einen Grundstock zur Finanzierung anzulegen.

Am Ende des Gottesdienstes dankte der Geistliche der Blaskapelle aus Thurndorf, der Feuerwehr Sassenreuth, dem Mesner und den Ministranten. Zu kurz kam auch der weltliche Teil nicht. In der Gastwirtschaft Biersack fand der Girglsdoch einen würdigen Ausklang.
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