Glockenweihe in der Bergkirche
Harmonisches Zusammenspiel

Nach der Segnung wurden die Glocken abgeschminkt und mit einem Flaschenzug in den Turm gebracht. Baptist Hausner half dabei. Repro: ü
Vermischtes
Kirchenthumbach
28.06.2016
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Bald werden die neuen Bronzeglocken der Bergkirche Maria Zell ins Tal hinab rufen. Am Sonntag, 3. Juli, ist es soweit: Während des Festgottesdienstes um 9 Uhr wird Weihbischof Reinhard Pappenberger die beiden neuen Glocken für die Bergkirche weihen.

Die neuen Glocken sind klanglich mit denen der Pfarrkirche abgestimmt und bieten künftig ein harmonisches Zusammenspiel. Die große Glocke (Marienglocke) hat den Schlagton "e". Sie hat ein Gewicht von 100 Kilogramm und einen Durchmesser von 57 Zentimeter. Die Inschrift lautet: "Heilige Maria bitt für uns" Darunter steht zu lesen: "Zur Erinnerung an die 300-Jahr-Feier 2014".

Die kleinere Glocke (Konradglocke) bringt 80 Kilogramm auf die Waage und hat einen Durchmesser von 50,5 Zentimeter. Die Inschrift lautet: "Heiliger Konrad bitte für uns." Gewidmet ist sie Konrad Beierl, Pfarrer von 1980 bis 2012. Sie hat den Schlagton "g". Während des Weihevorgangs werden die blumengeschmückten Glocken im Altarraum platziert. Die Vereinsabordnungen treffen sich 8.45 Uhr am Feuerwehrhaus zum Kirchenzug.

Pater Dr. Benedikt Röder spricht von einem Jahrhundertereignis in der Pfarrei Mariä Himmelfahrt. Die letzte größere Glockenweihe in der Pfarrkirche war die der vier Stahlglocken am 19. März 1950.

Die jetzigen Glocken der Bergkirche sind ebenfalls Stahlglocken. Außer dem Gussjahr 1921 sowie drei Rundstegen am Joch des Glockenstuhls und zwei an dessen "Schulter" ist nichts vorhanden, was Hinweise auf ihre Entstehung gibt. Pfarrer Paulinus Fröhlich hat dokumentiert: "1767 hat der Zimmermeister Valentin Hammer aus Eschenbach den Auftrag bekommen, auf die Bergkirche einen Dachreiter aufzusetzen. 57 Tage nahm die Arbeit in Anspruch. Glockengießer Kleeblatt aus Amberg lieferte zwei Glocken, die zusammen 212 Pfund wogen und ebenso viele Gulden kosteten."

Als der letzte Einsiedler von Zissenhof (heute Truppenübungsplatz). Emmeram Methschnabel, 1777 nach Altzirkendorf auswanderte, vermachte er die Glocke seiner Klause der Bergkirche. Sie ergänzte das Geläute zu einem harmonischen Dreiklang. Pfarrer Johann Lößl bemerkte damals: "Die Drei sangen fortan in das Tal hinab und legten einen heiligen Friedensbann über den Markt und seine Bewohner sowie über die ganze Gegend."

Mit zunehmender Zeit zeigte sich jedoch, dass der Turm dem Gewicht der drei schwingenden Glocken nicht gewachsen war. Um größere Schäden abzuwenden, wurde die Klausnerglocke wieder abgebaut und 1824 verkauft. Die beiden Glocken aus dem Jahr 1767 wurden im Zuge des Ersten Weltkriegs konfisziert und vermutlich zu Kanonen oder für die Kriegsmaschinerie verarbeitet. Dies rief viel Unmut in der Bevölkerung hervor.
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