Helden nicht vergessen

Neben der Kanzel in der Bergkirche erinnerten die Holzkreuze an die vielen verstorbenen Soldaten der Gemeinde (Repro Lettner)
Vermischtes
Kirchenthumbach
27.10.2016
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Der Zweite Weltkrieg hatte viele Opfer gefordert. Auch in Kirchenthumbach trauerten die Bürger um Ehemänner, Väter, Söhne, Enkel und Brüder. In der Bergkirche fanden sie einen Ort des Trostes.

(lep) Dort hingen früher neben der Kanzel 93 Holzkreuze, die an im Krieg gefallene Soldaten erinnerten. Bei der Renovierung der Bergkirche um 1958 wurden laut mündlicher Überlieferung die Kreuze abgehängt und auf dem Dachboden des Gotteshaus gelagert. Als in den 90iger Jahren das Dach der saniert wurde, entdeckte die Gemeinde die Erinnerungsstücke wieder.

Tipps zur Pflege


Bürgermeister Jürgen Kürzinger ist es ein Anliegen, die hölzernen Denkmäler der Allgemeinheit wieder zugänglich zu machen. Er fragte VdK-Ortsvorsitzende Helga Friedl, ob sie sich der Sache annehmen wolle. Inzwischen hat Friedl die Kreuzchen gereinigt und fotografiert. Bei Möbelrestaurator Helmut Stöhr aus Bayreuth bekam sie Tipps, um die Originale zu erhalten. Leider konnten trotzdem nicht alle Kreuze wiederverwendet werden. Manfred Fischer aus Ober-aichamühle fertige deshalb Ersatzkreuze an. Den Namen der Soldaten und das Sterbedatum zeichneten Helga Friedl und Rosi Frömel in silberner Schrift nach.

Damit die Holzsymbole in Form eines eisernen Kreuzes gut präsentiert werden können, fertigte Gerhard Hammer aus Görglas vier Schaukästen an. Die Helfer engagierten sich ehrenamtlich, die Materialkosten übernahm die Gemeinde. Die Kästen haben nun im Leichenschauhaus einen würdigen Platz gefunden. Wie in der Bergkirche, hängt über den Kreuzen ein Schild mit Psalm 66,12: "Wir gingen durch Feuer, durch viele Wasser; Du aber, o Gott, hast uns herausgeführt zum Orte seliger Ruhe". Den Kreuzen nahm sich früher der bereits verstorbene Siegfried Iberl an und lagerte sie bei sich ein, um die Stücke für die Nachwelt zu retten. Später wurden sie dann der Gemeinde übergeben.

Trotz Iberls Voraussicht ist die Anzahl der Kreuze bestimmt nicht vollzählig. Wer etwas über die Holzdenkmäler weiß, kann sich bei Helga Friedl unter Telefon 09647/9289560 melden.
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