Helli Albersdörfer recherchiert über den Sitz ihrer Vorfahren
Von der Burg zum Bauernhof

Vermischtes
Kirchenthumbach
11.10.2016
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Bei einem Treffen der Familien Albersdorfer und Albersdörfer in Schlammersdorf hatte Helli Albersdörfer aus München eine Familienchronik im Gepäck. Die Albersdörfer waren lange Zeit Herren der Burg in Tagmanns. Heute leben die Nachfahren in ganz Bayern verstreut und darüber hinaus.

Die Chronik ist mehr als lesenswert und fasziniert die Betroffenen ebenso wie Menschen, die sich für Geschichte und Heimatforschung interessieren. In einem Gespräch mit unserem Mitarbeiter Fritz Fürk betonte Helli Albersdörfer jedoch, dass ihre Recherche keinen Anspruch auf Vollständigkeit hätte und auch nicht wissenschaftlich fundiert sei. Es würden zu viele Unterlagen fehlen, und die wenigen vorhandenen Dokumente seien lückenhaft. Nach den Recherchen von Helli Albersdörfer handelt es sich bei dem mittelalterlichen Rittergut in Tagmanns aber um eine kleine Niederungsburg. Wenn die natürliche Umgebung nicht genügend Schutz bot, kam Ringmauern und Wassergraben eine höhere Bedeutung zu. Entsprechend massiv soll die Anlage in Tagmanns gewesen sein.

Nach Albersdörfers Vorstellungen soll der ursprüngliche Palas ein hoch gemauertes, hoch auftragendes Gelände mit mehreren Stockwerken gewesen sein, welches im Fundamt eine Mauerstärke von fast zwei Metern hatte. Das Erdgeschoss wurde als Lager und zusätzlicher Stall genutzt, die Wohnräume waren in den oberen Stockwerken. Der Originalbrunnen befindet sich bis heute im Keller des ehemaligen Haupthauses.

Die Geschichten, die sich um ein unterirdisches Tunnelsystem ranken, welches die Burganlagen von Tagmanns, Thurndorf und Burggrub verbunden haben soll, können wahrscheinlich in das Reich der Legenden verbannt werden. Trotz all der großartig klingenden Beschreibungen, handelte es sich bei dem Burggut um eine relativ einfache und massive, aber doch eher bäuerliche Anlage. Diversen Berichten zufolge begann um 1633 der schleichende Verfall der mittelalterlichen Gebäude des Rittergutes. Ringmauer und Burggraben, Turm und Zugbrücke sollen in diesem Zeitraum bereits aufgegeben und abgetragen worden sein. Wie viele andere Kleinburgen in der Oberpfalz wurde auch das Rittergut von Tagmanns am Ende der Burgen-Ära zu einem Landschloss umgebaut und letztendlich zu einem stattlichen Bauernhof.
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