Huhn wieder gefunden
Hermine in der Presse

Im Küken-Gehege des "Lucky-Stadls" bringt Hermine (links) ihren Kleinen nun die Grundfertigkeiten fürs Hühnerleben bei. Das Scharen und Picken klappt bereits nach einem Tag ganz gut. Demnächst ziehen sie ins Freigehege um und können dann unter www.myluckyei.de im Internet live beobachtet werden. Bilder: edo (2)
Vermischtes
Kirchenthumbach
12.06.2016
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Seit gut drei Wochen war Huhn Hermine verschwunden - Marder, Fuchs oder Bussard standen in Verdacht. Doch dann kam die Überraschung: Ludwig Utner fand Hermine in der Strohpresse mit drei kleinen Küken.

Oberbibrach. Hühnerhalter Dominik Eckert hatte das kleine schwarz-weiß gesperberte Huhn mit dem amüsanten Federschmuck am Kopf eigentlich schon abgeschrieben.

Seit Mitte Mai war Hermine spurlos verschwunden, ihr Stammplatz auf der obersten Stange in einem der drei Hühnerställe auf dem alten Bauernhof blieb seitdem leer. Alle Winkel und Ecken des Lucky-Stadls wurden vergeblich abgesucht. Auch die Auswertung der Webcam, mit der man sich die Hühner tagsüber im Internet ansehen kann, brachte kein Licht ins Dunkel.

Weil auch regelmäßig Fressfeinde wie Marder und Greifvögel in der Nähe gesichtet werden, schien die Sache klar. Erst im vergangenen Sommer hatte der Fuchs den Hühner- Stall am anderen Ende des Dorfs heimgesucht und dabei keine Gefangenen gemacht. Besonders schade war es, weil das optisch außergewöhnliche Hühnchen selbst erst im vergangenen Jahr auf dem Hof in der Dorfmitte aus dem Ei geschlüpft war.

Blinder Passagier


Doch Ende letzter Woche dann die unerwartete Wende. Ludwig Utner machte in seiner auf der anderen Straßenseite gelegenen Scheune eine freudige Entdeckung. Bei Wartungsarbeiten an seiner alten roten Strohpresse, mit der er kleine Quader produziert, fand er Hermine in dem mit Strohresten vom Vorjahr gepolsterten Ausgabeschacht. Sie hatte sich so gut versteckt, dass lediglich Schnabel und der rote Kamm von außen zu sehen waren.

Und die Henne war nicht allein: Neben zerbrochenen Eierschalen piepsten drei kleine "Zieberla". Als Utner die Presse vor 14 Tagen vom Hühnerhof in die Scheune gebracht hatte, muss Hermine also als blinder Passagier mitgereist sein. Etwa drei Wochen brauchen Hühner, um ihren Nachwuchs auszubrüten.

Angesichts der vielfältigen Gefahren sei es schon bemerkenswert, dass sie das so geschafft hat, meint ihr Besitzer: "Aber andererseits wissen brütende Hühner auch, sich eindrucksvoll zu verteidigen." Mit den Kleinen wurde die lange Vermisste ins Küken- Gehege auf den Hof gebracht, wo sie sich mit den anderen Glucken nun ganz der Brutpflege widmen kann.

Dass Hühner nicht immer da brüten, wo man es gerne hätte und dabei auch gerne individuelle Wege gehen, ist allerdings keine Seltenheit: Vor drei Jahren hatte ebenfalls jede Spur eines Huhns gefehlt, ehe die Gemeindearbeiter Ludwig Utner und Johannes Fussi sie früh morgens mitten auf der Kreisstraße NEW 14 auf Höhe der Dorfkreuzung fanden. Hinterher tapsten sieben Küken. Das Nest fand man dann hinter dem Verteilerkasten eines Telekommunikationsunternehmens am Straßenrand.
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