Im neuen Jahr knallt's

Die Kirchenthumbacher feierten das neue Jahr nicht wie üblich vor der Bergkirche, sondern vor der evangelischen Johanneskirche. Bild: Rosalinde Fürk
Vermischtes
Kirchenthumbach
04.01.2016
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Mit Blasmusik und mehreren Kanonenschlägen begrüßten die Kirchenthumbacher das neue Jahr. Diesmal aber nicht vor der Bergkirche, sondern in der Lindenstraße - aus gutem Grund.

Der "Bayerische Defiliermarsch", die "Strohwitwenpolka" und der "Böhmische Traum" erklangen am Neujahrstag in der Lindenstraße unter dem Glockenturm der evangelischen Johanneskirche. Die Bürger des Marktes wünschten sich gegenseitig "a gsund's nei's Jahr", aber nicht wie üblich vor der Kulisse der historischen Bergkirche, sondern auf dem Vorplatz der evangelischen Kirche. Der Grund: Heuer feiert die evangelische Kirchengemeinde das 50-jährige Bestehen des Gotteshauses. Viele Besucher waren gekommen, um Böllerschütze Mario Krapf beim Neujahrsschuss und der Blaskapelle Kirchenthumbach beim Musizieren zuzuhören. Einige Frauen des Handwerker- und Gewerbevereins boten heiße Getränke, Gebäck und Lebkuchen an.

Dämonen vertreiben


Das Neujahrsanschießen geht auf eine alte Überlieferung zurück. Lange Zeit wurde geglaubt, dass man in der Silvesternacht in die Zukunft blicken kann. Deshalb ranken sich um diese Nacht zahlreiche Bräuche, von denen noch heute einige aufrechterhalten werden.

Dazu gehört neben dem Bleigießen auch das Anschießen des neuen Jahres auf der höchsten Erhebung des Ortes. Durch Schießen, Peitschenknallen und vor allem durch viel Lärm sollten früher die bösen Dämonen vertrieben werden.

In der Silvesternacht saßen zudem Bauer, Bäuerin sowie Knechte und Mägde an einem Tisch und ließen das vergangene Jahr Revue passieren. Auch schaurige Geschichten wurden erzählt, und je näher es auf Mitternacht zuging, um so mehr traten die Orakel in den Mittelpunkt - unter anderem das Pantoffelwerfen. Nach Aufzeichnungen von Gust Motyka wurde dabei ein Sprüchlein aufgesagt: "Schaut die Pantoffelspitz' zur Tür, nou göiht's a bal furt von hier; liegt owa ganz vorn da Absatz, nou göiht ma vorbei da Schatz."

Zahl der Kerne


Eine alte Sitte war auch, dass heiratsfähige Mädchen einen Apfel durchschnitten. Die Anzahl der Kerne ließ auf eine Heirat schließen. War die Zahl gerade, so fand bald die Hochzeit statt. Bei ungerader Zahl verschob sie sich auf unbekannte Zeit.
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