Ingenieurbüro legt im Marktgemeinderat Details zum Ist-Zustand und zu den Sanierungskosten vor
Auch Abwassernetz ist marode

Min. 3 Mio. Euro wird der Um- bzw. Neubau der Kläranlage kosten. Gebaut wurde die Anlage im Jahre 1981.
Vermischtes
Kirchenthumbach
12.11.2016
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Nicht nur die Wasserversorgungsanlagen, sondern auch die Entwässerung in Kirchenthumbach sorgt für Sorgenfalten auf der Stirn der Verantwortlichen. Das Ingenieurbüro Wolf + Zwick legte in der Sitzung des Marktgemeinderats am Mittwochabend Details dazu vor. Bei den Sanierungskosten musste so mancher im Gremium schlucken.

(dfr) Werner Erhart vom Ingenieurbüro erläuterte dem Gremium, welche "Baustellen" im Abwassernetz vorhanden sind und wo dringend Sanierungsbedarf herrscht. Zunächst erklärte er, wo es aktuell "zwickt": "Die Leitungen in Kirchenthumbach sind teilweise überlastet. Das liegt daran, dass sehr viel Fremdwasser in das Kanalsystem gelangt - 13 Liter pro Sekunde im Detail. Das ist einfach zu viel", stellte der Fachmann fest.

Hinzu kommt: "Der Kanal rund um den Sport- und Tennisplatz ist komplett zerstört. Insgesamt sind ungefähr 1850 Meter Kanal dringend sanierungsbedürftig. Auch bei der Kläranlage muss sehr viel gemacht werden", machte der Ingenieur deutlich.

Bei den voraussichtlichen Kosten stockte einigen im Sitzungssaal der Atem. "Für die Erneuerung der Kanäle und der Regenrücklaufbecken werden circa 4,2 Millionen Euro anfallen. Alleine für die Sanierung oder den Neubau der Kläranlage rechnen wir mit etwa 3 Millionen Euro", sagte Erhart. Insgesamt muss die Marktgemeinde somit mit Ausgaben von über 7 Millionen Euro allein für die Sanierung der Entwässerungsanlagen rechnen. Die Kosten für die Erneuerung des Trinkwassernetzes und der dazugehörigen Anlagen sind darin noch nicht enthalten, da diese, wie am Freitag berichtet, noch nicht vorliegen. Erschwerend kommt hinzu, dass es aktuell keine Zuschüsse seitens des Freistaats gibt.

11 000 Euro pro Anwesen


Geschäftsstellenleiter Alfred Rauch rechnete dem Gremium vor, was bei der Sanierung der Abwasseranlagen ungefähr auf die Bürger zukommt. "Aktuell sind etwa 600 Anwesen an das Entwässerungsnetz angeschlossen. Bei Gesamtkosten von ungefähr 7 Millionen Euro würden wir auf circa 11 000 Euro je Anwesen kommen. Wer allerdings etwas Ahnung vom Bauwesen hat, weiß, dass die Kosten durchaus höher ausfallen können", merkte Rauch an.

Die Marktgemeinderäte waren sich einig, dass schnell gehandelt werden müsse - allerdings nicht, solange keine Kostenschätzung zur Erneuerung des Trinkwassernetzes vorliegt. "Solange wir keine Zahlen dazu haben, ist es nicht sinnvoll, über irgendwas zu entscheiden", meinte Werner Trenz. Das Gremium verständigte sich darauf, sich in der Dezember-Sitzung nochmals mit beiden Sanierungskonzepten zu befassen und dann auch einen Beschluss zu fassen.

Zuschuss von zehn Prozent


Die Katholische Kirchenstiftung Kirchenthumbach hatte einen Antrag an die Kommune auf Bezuschussung der Sanierung des Pfarrzentrums gestellt. Die Gesamtkosten für die Sanierung betragen laut Kirchenpfleger Richard Zeitler 230 000 Euro. Der Marktgemeinderat einigte sich schnell darauf, das Projekt mit zehn Prozent - also 23 000 Euro - zu unterstützen, da viele Vereine das Pfarrheim nutzen und zahlreiche kulturelle Veranstaltungen dort stattfinden.

Abschließend informierte Bürgermeister Jürgen Kürzinger, dass es Ende November drei Bürgerversammlungen geben wird: am 29. November im Gasthof Thumbeck in Kirchenthumbach, am 30. November im Gasthaus Wagner in Neuzirkendorf und am 1. Dezember im Gasthaus Kummert in Thurndorf. Beginn ist jeweils um 19.30 Uhr.

"Sachliche und berechtigte Kritik"Bürgermeister Jürgen Kürzinger stellte im Marktgemeinderat klar, dass es in der Oktober-Sitzung keinerlei Beleidigungen in Richtung des Handwerker- und Gewerbevereins gegeben habe. "Wenn meine Räte eine sachliche und berechtigte Kritik üben, dann ist das gerechtfertigt. Dies als Beleidigung auszulegen, akzeptiere ich nicht", sagte er. In einer Versammlung des Handwerker- und Gewerbevereins waren einige Räte beschuldigt worden, gegenüber diesem beleidigend geworden zu sein (wir berichteten am 31. Oktober). (dfr)
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