Ingenieurbüro stellt Studie zum Zustand der Wasserversorgungsanlagen im Marktgemeinderat vor
Hochbehälter museumsreif

In die Jahre gekommen sind die technischen Einrichtungen im Wasserwerk 1, die aus den 70er Jahren stammen.
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Kirchenthumbach
11.11.2016
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Auch an der Außenfassade herrscht dringender Sanierungsbedarf.

Was viele schon vermutet haben, ist nun fachlich bestätigt. Das Kirchenthumbacher Wasserversorgungsnetz ist zum Teil dringend sanierungsbedürftig. Vor allem in der Lindenstraße herrscht Handlungsbedarf.

(dfr) Gespannt warteten die Marktgemeinderäte in ihrer Sitzung am Mittwochabend auf die Vorstellung der Studie zum Zustand des gesamten Leitungsnetzes und der übrigen Anlagenteile der Wasserversorgung. Das Ingenieurbüro Zwick aus Weiden stellte die Schwachstellen vor und gab zudem einen tiefen Einblick in den künftigen Sanierungsbedarf.

Hauptproblem sind laut Bernhard Kaltenecker die enormen Wasserverluste im Leitungsnetz. "Im Jahr 2015 waren es knapp 30 000 Kubikmeter. Das sind über 16 Prozent der Wasserabgabe, die bei circa 189 000 Kubikmeter lag. Normal sind um die fünf bis zehn Prozent", berichtete der Fachmann.

Auf die Frage von Dominik Brütting, woher denn die Verluste kommen, sagte Kaltenecker, dass es wohl viele versteckte Rohrbrüche im Wasserleitungssystem gebe. "Problematisch sind die alten Asbest-Zement-Rohre aus den 70er Jahren", machte der Ingenieur deutlich. "Diese wurden unter anderem in der Linden-, der Garten- und der Bgm.-Prüschenk-Straße verbaut. Aber auch Verbundleitungen zwischen Hochbehältern sind aus diesem Material. Sie lösen sich jetzt nach und nach auf", informierte er.

Auch bei den Anlagen zur Wasserversorgung bestehe dringender Handlungsbedarf, teilte der Experte mit. "Der Hochbehälter bei Görglas müsste um 150 Kubikmeter erweitert werden, um dem Bedarf gerecht zu werden." Ein Neubau wäre hier wirtschaftlich sinnvoller, merkte er an. Der Hochbehälter Kirchenthumbach sei teilweise "museumsreif", das Wasserwerk 1 bei Burggrub sei ebenfalls baufällig und in die Jahre gekommen. "Hier muss sowohl am Gebäude als auch bei den technischen Anlagen schnell etwas gemacht werden."

Damit die Räte einen besseren Überblick über die "Baustellen" bekommen, stellte Kaltenecker eine Dringlichkeitsliste auf. "Oberste Priorität hat die Erneuerung des Wassernetzes in der Linden- sowie der Bgm.-Prüschenk-Straße." Dies sollte am besten gleich zusammen mit dem Kanalsystem in einem Zug in Angriff genommen werden, verdeutlichte er. Anschließend sollten alle Leitungen, die die Versorgungsanlagen verbinden, saniert werden. Langfristig sollte sich das Gremium Gedanken darüber machen, eine Fernwirkanlage zu installieren. "Diese würde Rohrbrüche und sonstige Störungen im Netz frühzeitig erkennen lassen", hob der Referent die Vorteile hervor.

Da das Planungsbüro noch keine Auskünfte über die Kosten der Sanierung geben konnte, vertagte das Gremium die Zustimmung zum Konzept auf die nächste Sitzung im Dezember. Danach stand die Vorstellung des Generalentwässerungsplans mit dem künftigen Sanierungsbedarf an den Entwässerungseinrichtungen auf der Tagesordnung (Bericht folgt).

Windenergie im Regionalplan: Gemeinde mit Entwurf nicht einverstandenEingangs der Sitzung beschäftigte sich der Marktgemeinderat erneut mit dem Regionalplan Oberpfalz Nord, genauer gesagt mit den Festlegungen zur Windenergie.

In der Oktober-Sitzung diskutierte das Gremium darüber, ob der von der Behörde vorgelegte Entwurf akzeptiert werden oder eine Stellungnahme eingereicht werden sollte. Um die richtige Entscheidung treffen zu können, war nochmals Dietmar Narr vom Planungsbüro NRT geladen, das mit der Erstellung des Flächennutzungsplanes beauftragt war.

Narr machte deutlich, dass ein Einspruch auf alle Fälle sinnvoll wäre. "Für die im Regionalplan vorgesehene Fläche bei Sassenreuth wurde im Landratsamt nicht einmal die eigene Behörde angehört. Bereits vor einiger Zeit machte die Untere Naturschutzbehörde darauf aufmerksam, dass dort keine Windkraftanlagen angebracht seien, unter anderem wegen des neuen Aussichtsturmes und des Vogelschutzgebiets."

Die Räte beauftragten daraufhin einstimmig die Verwaltung, eine entsprechende Stellungnahme anzufertigen. (dfr)


Problematisch sind die alten Asbest-Zement-Rohre aus den 70er Jahren. Sie lösen sich jetzt nach und nach auf.Ingenieur Bernhard Kaltenecker
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