Kirche ausgegrenzt

Die Dorfkirche in Sassenreuth und ihr Zustand sind der Grund, warum sich einige Bewohner richtig sauer sind. Bild: dfr
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Kirchenthumbach
15.01.2016
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Die kleine Kirche in der Mitte von Sassenreuth braucht dringend eine Renovierung. Bald steht die Dorferneuerung an. Das Gotteshaus ist bislang aber kein Teil davon - zum Ärger einiger Dorfbewohner.

Sassenreuth. Zwei Dorfplätze, ein Bushäuschen, ein Brunnen, ein Backofen und natürlich die Ortsdurchfahrt, aber keine Dorfkirche. Und die hätte laut einigen Sassenreuthern eine Sanierung dringend nötig. Die Treppe sei verschoben, die Mauer teilweise marode. Warum die Kirche bislang nicht mit in das Projekt für 2016 aufgenommen wurde, weiß allerdings keiner so genau.

Vertreter der Kirche seien von der Teilnehmergemeinschaft Sassenreuth mehrmals zu einer Versammlung eingeladen worden. Einmal wurde abgesagt, das zweite Mal war ein Vertreter dabei. Passiert ist danach aber nichts. Das Problem: Die Dorfkirche steht nicht auf Gemeindegrund, sondern ist Privatbesitz der katholischen Kirche. Diese müsste wie ein privater Anlieger einen Antrag stellen, um in die Dorferneuerung aufgenommen zu werden.

Pfarrer Benedikt Röder ist auf NT-Anfrage überfragt. Er sei nicht auf dem neuesten Stand und auch nicht mehr zu einer Versammlung eingeladen worden, sagt er. Im Jahr 2017 ist zunächst das Pfarrheim in Kirchenthumbach dran. 40 Prozent Bezuschussung gebe es vom Bistum in Regensburg. "Wir können nicht zwei Projekte stemmen", erklärt Röder.

Auf die Frage, ob Geld auch nach Sassenreuth fließen könnte, hat der Pfarrer keine Antwort. "Da muss sehr viel gemacht werden. Mehrere 10 000 Euro würde das kosten", meint er und verweist auf die Sitzung des Kirchenverwaltungsrats am Sonntag. Dort wolle er das Anliegen vortragen. Gerüchte, dass die Pfarrei das Geld lieber nach Kirchenthumbach als nach Sassenreuth trage, verneinte Röder. Jakob Schötz, Pressesprecher des Bistums in Regensburg, erklärt auf Anfrage, er könne aus der Ferne nicht beurteilen, wie marode die Kirche in Sassenreuth tatsächlich ist. Die Kirchenverwaltung müsse laut Schötz zunächst einen Beschluss fassen, überprüfen, welche Gelder zur Verfügung stehen und "dann wird das Baureferat eingeschaltet und ein Kostenplan erstellt". Das bischöfliche Baureferat könne nicht tätig werden, solange es keine Vorlage der Kirchenverwaltung habe, erklärt der Pressesprecher.

Schriftlich abgelehnt


Bürgermeister Jürgen Kürzinger will zu dieser Angelegenheit nur eins sagen: "Die Kirchengemeinde ist angeschrieben worden, ob sie sich in den Prozess einbinden würde, und die Kirchengemeinde hat es verneint. Das habe ich so respektiert. Der Platz gehört nicht uns."
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