Kommunionfeier nach dem Zweiten Weltkrieg
Einmaliges Erlebnis

Das Foto entstand am 13. April 1947. Es zeigt die Erstkommunionkinder bei der Prozession von der Pfarrkirche zur Bergkirche. Bilder: ü (2)
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Kirchenthumbach
02.04.2016
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Geistlicher Rat Josef Bollmann stellte bei der Erstkommunionfeier den heiligen Laurentius von Brindisi als leuchtendes Vorbild von Glaubenseifer, Mut und Liebe heraus.

Am Sonntag nach Ostern gehen Kinder der Grundschule zur ersten heiligen Kommunion. In der Marktgemeinde Kirchenthumbach sind es heuer 33 Kinder: in der Pfarrei Mariä Himmelfahrt 17,in St. Georg Neuzirkendorf sechs und in der Pfarrei Jakobus Thurndorf zehn. Im Vergleich zu früher ist das wenig.

Trotz der weißen Kleider der Mädchen stammt die Bezeichnung des Weißen Sonntags nicht von den Kommunionkleidern, sondern weil in der frühen Kirche die an Ostern Getauften, ihr weißes Gewand acht Tage später abgelegt haben.

Erneuerung der Taufe


Als Termin für die Erstkommunion ist der Weiße Sonntag erstmals 1673 in der Schweiz belegt. Im vorigen Jahrhundert setzte sich der Brauch auch in Deutschland durch. Die Verbindung des Weißen Sonntags mit der Erstkommunion empfiehlt sich, da in dieser Feier auch die Erneuerung der Taufe und ein weiterer Schritt der Eingliederung in die christliche Gemeinde gesehen wird.

Nachdem es im 19. Jahrhundert vielerorts sogar bischöfliche Anweisungen gab, die Erstkommunion ausschließlich am Weißen Sonntag zu feiern, ist es in den vergangenen Jahren auch aus terminlichen und praktischen Erwägungen üblich geworden, das Fest auch auf andere Sonn- oder Feiertage der Osterzeit zu legen.

Notiz von früher


In einer Notiz von einem unbekannten Autor, der vermutlich Lehrer war, wird eine Erstkommunionfeier nach dem Zweiten Weltkrieg beschrieben. Unter anderem fand damals nachmittags eine Prozession von der Pfarrkirche zur Bergkirche statt. Bei der kalten Witterung müssen die Kinder gefroren haben. Bei den Buben waren kurze Hosen die Normalität. Der Verfasser schreibt: "Die Pfarrei Kirchenthumbach hielt nach alter Tradition am Weißen Sonntag die Erstkommunion der Kinder. Zu diesem Festtage hatte der Herrgott sichtbar seinen Segen gegeben; die Kälte der vergangenen Woche hatte sich gebrochen und lachender Himmel lag den ganzen Tag ausgebreitet. Zur inneren Sammlung hatten sich die Kinder, Eltern und Verwandten um 8.30 Uhr im großen Saal des Josefshauses eingefunden. Im Halbkreis standen sie um die lieblich geschmückte Muttergottesstatue."

Mit einem Lied des Kirchenchors begann die ergreifende Feier, dann habe Geistlicher Rat Josef Bollmann einige Gebete zu Jesus Christus und zu den heiligen Schutzengeln der Kinder und Eltern gerichtet. Mit dem Segen des Priesters habe der Geistlicher Rat seine Kinder anschließend entlassen. Schon diese Vorfeier habe alle Versammelten zu tiefst ergriffen.

"Unter feierlichem Glockengeläute zogen 48 Erstkommunikanten, 20 Knaben und 28 Mädchen, unter Vorantritt der Geistlichkeit in das festlich geschmückte Gotteshaus. Mächtig ertönte beim Einzug das Lied ,Lobe den Herren!', das von der ganzen Pfarrgemeinde mit Begeisterung gesungen wurde", schreibt der Autor weiter. In seiner innigen Ansprache habe der Geistliche Rat Laurentius von Brindisi als leuchtendes Vorbild von Glaubenseifer, Glaubensmut und Glaubensliebe vor Augen gestellt.

Tiefe Andacht


"Das Kommunionbild, das die Kinder als Andenken empfingen, zeigt das sogenannte Altarwunder des Heiligen, wie es in der Kirche St. Anton in München zu sehen ist." Mit lauter, freudiger Stimme haben die Kinder das Taufgelübde erneuert und seien zum Altar des Herrn geschritten, den Heiland zu empfangen. Mit ihnen seien die Eltern, Verwandten und viele Pfarrkinder am Tisch des Herrn, dass drei Priester die Heilige Kommunion gespendet haben. "Allgemein sprach man nach dem Gottesdienst von der tiefen Andacht der Kinder und Erwachsenen wie auch von der überaus großen Teilnahme der Pfarrgemeinde." Um 14 Uhr seien die Kommunionkinder von der Pfarrkirche zur Muttergottes der Bergkirche Mariazell gegangen. Kaplan R. Arnold habe die Kinder in herzlichen Worten zur Treue an die Muttergottes ermahnt und an die Einhaltung ihres Taufversprechens. "Der Weiße Sonntag wurde so der ganzen Pfarrei zu einem unauslöschlichen religiösen Erlebnis."
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