Nach jahrzehntelanger Pause: Landjugend lässt in den 1990er Jahren Kirchweihtradition wieder ...
„Wenn in Dumba Kirwa is“

Ein Blick zurück: Aus dem Jahr 2003 stammt dieses Bild, das die Kirwamoidla und -burschen beim Austanzen des Kirchweihpaares zeigt. Bild: ü
Vermischtes
Kirchenthumbach
18.08.2016
79
0

Nicht immer haben in "Thumbach" Vereine mit Pauken und Trompeten die Kirchweih gefeiert. Nach dem Zweiten Weltkrieg bis etwa 1960 richteten überwiegend Wirtsleute die Kirwa aus. Der Volksmund sprach damals etwas respektlos von einer "Sauf- und Fresskirwa".

Nur wer Geld hatte - und das waren die Wenigsten -, konnte sich in dieser Zeit den Gang ins Wirtshaus leisten. Die kleinen Leute feierten zu Hause. Dazu wurde die engere Verwandtschaft von auswärts eingeladen.

In der Regel kam am Kirchweihsonntag Leberknödelsuppe und als Hauptgericht ein Gockel auf den Tisch. Bei den "Besseren" und den "Großkopferten" dagegen wurden Gans oder Ente in die Röhre geschoben. Ein Dessert kannte man nicht, hinterher gab es höchstens ein Stamperl selbstgebrannten Schnaps. Während das ganze Jahr über Malzkaffee getrunken wurde, gönnte man sich am Kirchweihsonntag sündhaft teuren Bohnenkaffee. Dazu wurden Küchle und Schmierkuchen gereicht.

Ab Anfang der 1960er Jahre war fast drei Jahrzehnte lang nicht viel von der Kirwa zu sehen und zu hören - außer den Marktständen am Sonntag. 1992 ließ die damalige Landjugend (KLJB) die Kirchweihtradition dann wieder aufleben. Als Motto wählte sie den Slogan: "Wenn in Dumba Kirwa is, dann san d'Leit lusti, dös is gwiß".

Der Auftakt war grandios. Dazu gehörte das Aufstellen des Kirwabaumes am Turnerplatz. So richtig gefeiert wurde in einem Bierzelt in der Eschenbacher Straße mit dem "Original Sommerseit'n Trio".

Am nächsten Tag stand das Austanzen des Kirwabaumes auf dem Programm. Im Anschluss formierte sich ein Kirchweihzug, der sich vom Pfarrheim zum Festplatz bewegte, wo Biergartenbetrieb mit der Blaskapelle Kirchenthumbach folgte. Abends unterhielt das "Dachstein-Tauern-Quintett", eine Spitzenband aus Österreich, das Publikum.

Bis etwa zur Jahrtausendwende richtete die KLJB die Kirwa aus. Durch den demokratischen Wandel und den damit einhergehenden Mitgliederschwund, sah sie sich dann jedoch nicht mehr in der Lage, die Veranstaltung zu stemmen.

Es wurde ein Kirwaverein gegründet, der seither erfolgreich die Kirchweih ausrichtet. Für dieses Wochenende hat er ein tolles Rahmenprogramm ausgearbeitet. (Im Blickpunkt)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.