Neue Steuobstwiese am ehemaligen Forsthaus
Äpfel, Birnen, Schafe

Zwischen den neu gepflanzten Obstbäumen wohnt momentan eine Herde Schafe. Bild: rn
Vermischtes
Kirchenthumbach
21.06.2016
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Aus einer Wiesenfläche wird ein Paradies für Bienen und Schafe. Als Vorzeigeobjekt schafft das Forstrevier Schnabelwaid gegenüber dem ehemaligen Forsthaus eine Streuobstwiese.

Oberlenkenreuth. Die Umgestaltung begann bereits im Frühjahr 2015. Der Forstbetrieb Pegnitz pflanzte 50 Apfel-, Birnen-, Kirschen-, Pflaumen- und Reneclaudenbäumchen der unterschiedlichsten Sorten. Die Bäumchen sind inzwischen gut angewachsen und lassen schon vermuten, dass auf dem etwa 8000 Quadratmeter großen Areal nebenbei auch eine ansprechende und ökologisch wertvolle Fläche entsteht. Die Wiese gehörte früher zum Umgriff des Forstanwesens und blieb im Eigentum der Bayerischen Staatsforsten. Sie ist heute Bestandteil der Flächen des Forstreviers Schnabelwaid.

"Wie wichtig Streuobstwiesen in unserer Landschaft sind, lässt sich an der Artenvielfalt ermessen, die auf ihnen im Gegensatz zur intensiv genutzten Landschaft zu finden ist", versichert Revierleiter Michael Berngruber. Er ist zuversichtlich, dass sich die in der Regel extensiv genutzte Wiesenfläche relativ schnell zu einer Blumenwiese wandelt. Davon würden nicht nur Insekten, Amphibien, Reptilien und Vögel profitieren.

"Die Obstbäume stellen eine herrliche Bienenweide im Frühjahr dar, spenden übers Jahr hin Schatten und schaffen damit viele kleine Biotope auf der Fläche", zeigt sich der Forstmann überzeugt. Da der Mensch längst nicht alle Früchte der Bäume nutzt, blieben sie der Tierwelt im Herbst und im Winter als zusätzliche Nahrung erhalten.

Für Berngruber ist die Anlage der Streuobstwiese ein Rückbesinnen auf ehemalige Traditionen. In der einstigen Nutzungsform Streuobstwiese sieht er eine geschickte Erfindung der Landnutzung durch Menschen, kombiniere sie doch zwei Nutzungsarten: Zum einen die Obsterzeugung mittels im weiten Verbund gepflanzten Hochstammbäumen, zum anderen die Grünfuttererzeugung für das Vieh. Alternativ seien Streuobstwiesen auch beweidet worden. "So konnte man Flächen optimal nutzen und schuf nebenher landschaftsprägende Elemente." Zurzeit nutzt eine kleine Schafherde die Wiese als Weidefläche. Die Bäume erhielten beim Pflanzen ein mäusesicheres Gitter. Der Revierförster freut sich, dass mit Blick auf den Naturschutz in Oberlenkenreuth ein sehr wertvolles Biotop entstanden ist.
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