Pater Benedikt Röder erklärt Situation bei Dorferneuerung in Sassenreuth
Finanzen das Hindernis

Aus finanziellen Gründen ist es allerdings der Kirchenstiftung momentan nicht möglich, eine völlige Neugestaltung des Platzes um die Sassenreuther Kirche zu leisten.
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Kirchenthumbach
20.01.2016
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Das Thema "Dorfkirche in Sassenreuth" ist für Pater Benedikt Röder noch nicht vom Tisch (wir berichteten). Das stellt der Pfarrer jetzt klar. Und er erklärt auch, warum der Vorplatz der Kirche erst einmal bleiben muss, wie er ist.

Der Kirchenverwaltungsrat hat sich bei seinem Treffen am Sonntag grundsätzlich nicht gegen das Dorferneuerungsprogramm in Sassenreuth ausgesprochen, teilte Röder am Dienstag mit. "Aus finanziellen Gründen ist es allerdings der Kirchenstiftung momentan nicht möglich, eine völlige Neugestaltung des Platzes um die Sassenreuther Kirche zu leisten", informierte er. Die Mauer entlang der Straße sei derzeit nicht einsturzgefährdet, lediglich einzelne Stufen der Treppe seien verschoben. Auch wenn es eine Bezuschussung gebe, läge der Eigenanteil bei mehreren 10 000 Euro und sei somit erst einmal nicht machbar. Langfristig bestehe aber Interesse an einer "optischen Verschönerung dieser Fläche", verspricht Röder in einer Stellungnahme.

Keine Rücklagen


Bei einer "bischöflichen Visitation" im Jahr 2013 sei laut Röder festgestellt worden, dass in der Pfarrei die finanzielle Situation angespannt sei. "Es stand sogar die Gefahr der Zahlungsunfähigkeit im Raum. Rücklagen waren keine vorhanden, da aufgrund hoher Investitionen der letzten Jahre alle Reserven aufgebraucht waren", erklärt Röder. Besonders die Kirchenorgel sorgte 2009 für hohe Ausgaben. Die Kirchenstiftung musste einen Eigenanteil von 284 500 Euro aufbringen.

"Der Visitationsbericht mahnte an, dringend den Haushalt zu sanieren, beispielsweise durch Senkung der Personalkosten", informierte der Pfarrer. Dies habe bedeutet, dass für Anschaffungen und Baumaßnahmen kein großer Spielraum bestand.

Dennoch mussten in den Jahren 2012 und 2013 die Erneuerung der defekten Heizung in der Pfarrkirche (Gesamtkosten: 59 200 Euro, Eigenanteil: 26 600 Euro) und der Neubau der Kinderkrippe (Eigenanteil: 30 000 Euro) finanziert werden. "Auch wenn diese Maßnahmen bezuschusst worden sind, war es schwer genug, die Mittel für den Eigenanteil aufzubringen", bilanzierte Röder und merkte an, dass die Kirchenstiftung keinen Kredit aufnehmen darf.

Weitere Anschaffungen wie die Beleuchtung von Berg- und Pfarrkirche, neue Sedilien für die Bergkirche und für Sassenreuth, die Sitzpolster für die Pfarrkirche und die Glocken für die Bergkirche wurden durch Spenden finanziert. In diese Zeit sei die Wiederaufnahme des Programms der Dorferneuerung in Sassenreuth gefallen. "Der Plan eines Architekturbüros aus Weiden aus dem Jahr 2009 sah eine völlige Neugestaltung des Platzes um die Kirche sowie den Ankauf des angrenzenden Privat-Grundstücks und Abriss einer Garage durch die Kirchenstiftung vor", erinnerte sich Röder. Die Kosten seien auf etwa 100 000 Euro geschätzt worden. Selbst, wenn eine Bezuschussung zugesagt worden wäre, "hätten wir zum damaligen Zeitpunkt die Finanzierung der Summe des Eigenanteils nicht aufbringen können", sagte Röder.

Pfarrheim dringend


Bei der zweiten Versammlung für die Dorferneuerung habe Kirchenpfleger Richard Zeitler mitgeteilt, dass der Plan zwar schön, die Umsetzung aus finanziellen Gründen aber nicht möglich sei. Daraufhin habe es keine Einladungen mehr gegeben und "die Sache wurde seitens der Kirchenstiftung nicht weiter verfolgt". In der Zwischenzeit sei festgestellt worden, dass beim Pfarrheim und Pfarrhaus Schäden am Sockel und am Gebälk im Eingangsbereich aufgetreten sind.

Marc Hiller, Referent des Bischöflichen Baureferats in Regensburg, habe dies laut Röder bei einem Ortstermin bestätigt. "Somit steht als dringende Baumaßnahme für 2016/2017 zunächst die Außensanierung des Pfarrheims an, das für die ganze Pfarrgemeinde von Bedeutung ist", sagte Röder. Obwohl die Diözese mit 40 Prozent bezuschusst, müsse der Eigenanteil noch aufgebracht werden. Die Kosten seien zwar noch nicht absehbar, werden aber auf über 100 000 Euro geschätzt. Pro Jahr werde nur eine Baumaßnahme seitens des Bischöflichen Baureferats gefördert.
Aus finanziellen Gründen ist es allerdings der Kirchenstiftung momentan nicht möglich, eine völlige Neugestaltung des Platzes um die Sassenreuther Kirche zu leisten.Pater Benedikt Röder
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