Pfarrausflug nach Wien
Auf den Spuren von Eisenhut

Die Kirchenthumbacher Reisegruppe vor der Kalvarienbergkirche in Wien/Hernals. Bild: Fürk
Vermischtes
Kirchenthumbach
17.06.2016
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"Auf den Spuren von Eisenhut". lautet das Motto des diesjährigen Pfarrausflugs nach Wien und Mariazell in der Steiermark. Er war Studienreise wie auch Pilgerfahrt in einem. So begaben sich die Kirchenthumbacher auf die Spuren des Erbauers und Mäzen der Bergkirche.

Norbert Wilterius und Michael Biersack haben herausgefunden, dass Johann Friedrich Eisenhut 1667 zur Welt kam. In jungen Jahren verließ er seine Heimat Kirchenthumbach. Es ist davon auszugehen, dass er im Zuge seiner Gesellenwanderung nach Wien gelangt ist.

Wie Wilterius und Biersack weiter recherchiert haben, war Eisenhut nicht nur Schneidermeister, sondern auch ein umtriebiger Unternehmer. Bereits ab 1705 lieferte er für die Kaiserliche Hofkammer Uniformen (Montierung) für Regimenter und Kompanien in Ungarn. Er besaß in Wien mehrere Häuser, er war "Äußerer Stadtrat", sowie über 25 Jahre lang Lieferant für die Kaiserliche Hofkammer und ein hoch angesehener Wohltäter. Zudem war er Rektor einer christlichen Bruderschaft. Zusammen mit einem weiteren reichen Bürger Wiens, Georg Neuhauser ließ er von 1709 bis 1714 im Wiener Stadtteil Hernals eine Kirche , die heutige Kalvarienbergkirche, und einen imposanten Kreuzweg errichten. Es dürfte kein Zufall sein, dass Eisenhut, nahezu zeitgleich im Jahre 1714 die Bergkirche in Kirchenthumbach, damals als Kapelle errichten ließ. Johann Friedrich Eisenhut starb 1749 mit 82 Jahren in seinem Haus "beim Arsenal" im Schottenviertel.

Am ersten Tag der Wienreise fand gleich nach der Ankunft eine Begehung der Stadt mit Fremdenführerin Marianne Hasenhüttl statt. Angelaufen wurden die markantesten Punkte der Stadt. So unter anderem die Hofburg, der Stephansdom aber auch die Grundrisse der Maria Magdalena Kapelle in der sich Eisenhut mit seiner Bruderschaft zum Beten traf. Als Abschluss stand eine Einkehr im "Esterhazy-Keller" auf dem Programm. Der Keller diente zur Zeit der Türkenbelagerung 1683 als Schanklokal. Hier stärkten sich die Verteidiger Wiens mit Wein, dem Stadtheurigen. An Tag zwei besuchten die Kirchenthumbacher die Kalvarienbergkirche mit dem Kreuzweg in Hernals. Dabei entdeckten sie eine Zeichnung von Eisenhut. Nachmittag stand eine Schlossführung im Schloss Schönbrunn auf der Agenda. Ein Besuch im Buschenlokal "Zur Maly" im Grinzing beendete den Tag.

Am letzten Reisetag ging die Fahrt nach Mariazell in der Steiermark. In der Basilika, des berühmtesten Wallfahrtsort Österreichs zelebrierten Stadtpfarrer Christian Leidnitz aus Graz und Pater Dr. Benedikt Röder einen Pilgergottesdienst. Danach konnte die schlichte romanisch Gnadenstatue aus Lindenholz besichtigt werden. Johann Friedrich Eisenhut ließ eine Kopie des Marienbildes in der Kirchenthumbacher Bergkirche, ausgestattet mit Liebfrauenkleidung, integrieren. Das Mittagessen gab es anschließend beim "Kirchenwirt". In diesem Lokal soll Eisenhut bei seinen zahlreichen Geschäftsreisen von Wien nach Graz Quartier bezogen haben.
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