Pfarrei feiert Patrozinium der Wallfahrtskirche Maria Zell
Kleinod unter mächtigen Linden

Um das Jahr 1950 ist diese Fotografie der Bergkirche entstanden. Im Hintergrund links ist der Markt Kirchenthumbach mit der alten Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt zu sehen. Bilder: ü (2)
Vermischtes
Kirchenthumbach
09.09.2016
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Nach über 300 Jahren hat die Entstehungsgeschichte der Bergkirche ein Gesicht bekommen - wenn auch nur ein schemenhaftes. Beim Pfarrausflug nach Österreich besuchten die Teilnehmer im Wiener Stadtteil Hernals auch die Kalvarienbergkirche mit ihrem imposanten Kreuzweg. Dabei sahen die Kirchenthumbacher erstmals ein Bild von Eisenhut.

Der Stifter der Bergkirche ist auf der Schwarz-Weiß-Zeichnung mit Kopfbedeckung und weitem Überrock zu sehen. Pfarrer Dr. Karl Engelmann und Historikerin Dr. Cornelia Holzner-Tobisch erläuterten den Kreuzweg, mit Kreuzigungsgruppe, der ebenfalls von Eisenhut gesponsert wurde, und dessen hochinteressante Geschichte.

Versprechen von 1714


Am Sonntag, 11. September, feiern die Gläubigen der Pfarrei wieder das Patrozinium der Wallfahrtskirche Maria Zell, auch Bergkirche genannt. Das Bergfest hat einen hohen Stellenwert in der langen Kirchengeschichte des Marktes. Die Entstehungsgeschichte des Kirchleins "droben auf'm Halmsal" geht auf ein Versprechen von Friedrich Eisenhut aus dem Jahr 1714 zurück. Dokumente über den Bau der ursprünglichen Kapelle fehlen gänzlich. 1753 wurde der Grundstein für den Bau der heutigen Kirche gelegt, am 21. Oktober 1760 wurde sie eingeweiht.

Von da an entwickelte sich die Bergkirche zu einer viel besuchten Wallfahrtskirche. Im Laufe der zurückliegenden 302 Jahre sind schon viele Nöte, Sorgen und Anliegen vor das Gnadenbild der Muttergottes getragen worden. Besonders für Spaziergänger ist das von mächtigen Linden umgebene Gotteshaus ein ruhig, gelegenes attraktives Ziel.

Totholz entfernen


In den vergangenen Jahrzehnten zeigte sich immer mehr, dass die Zeit auch an dem kirchlichen Kleinod nicht spurlos vorübergegangen ist. Es knisterte hier, es bröckelte da. Konrad Beierl, der ehemalige Pfarrer von Pfarrer, und die Kirchenverwaltung haben mit einer Außensanierung und Restaurierung innen darauf reagiert.

Auch dem jetzigen Seelsorger Pater Dr. Benedikt Röder ist das Gotteshaus ans Herz gewachsen. Die beiden neuen Glocken gehen auf seine Initiative zurück, ebenso die Außenbeleuchtung, die vor zwei Jahren in Betrieb genommen wurde, sowie die Pflasterung vor dem Gotteshaus. In diesem Jahr wurde damit begonnen, mit hohem Kostenaufwand das Totholz aus den Lindenbäumen entfernen zu lassen.

Heute VigilDas Gottesdienst-Programm beim Bergfest startet heute, Freitag, in der Bergkirche: Um 20 Uhr beginnt eine Vigilfeier mit der Gruppe "Cantemus" aus Speinshart. Morgen, Samstag, wird um 19 Uhr die Vorabendmesse in der Bergkirche gefeiert.

Am Sonntag um 9.30 Uhr beginnt der Festgottesdienst in der Bergkirche. Am Abend um 20 Uhr bewegt sich eine Lichterprozession von der Pfarr- zur Bergkirche, wo eine Marienandacht folgt. Die Predigt dabei hält Frater Emmanuel Rotter OSB, Prior der Abtei St. Bonifaz München und Leiter der Obdachlosenhilfe dort. Mit dabei ist auch die Gesangsgruppe "Augenblicke". Bei schlechter Witterung findet die Marienfeier in der Bergkirche statt.


Kirwabaum: Aufstellen zu BlasmusikGleichzeitig mit dem Bergfest wird im "Krawandorf", so heißt der Ortsteil unterhalb des Gotteshauses, die "Krawankirwa" gefeiert. Diese spielt sich überwiegend in der "Hafenkneipe", beim "Melberwirt" und in der Heberbräu ab.

Die Männer vom Stammtisch "Melber" werden am Freitag um 18 Uhr vor dem Gasthof einen Kirwabaum aufstellen. Zuvor wird das Holzstangerl würdevoll zum Ort des Geschehens gebracht. Den musikalischen Part übernimmt dabei die Blaskapelle Kirchenthumbach.

Kirchweih-Höhepunkt ist am Samstag ab 19 Uhr ein Tanz in der Tenne mit dem "Edelweiß-Express". Die Heberbräu bietet am Sonntag eine Mittags- und Abendtisch an, auch am Montagabend wird gekocht. (ü)
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