Pfarrer Benedikt Röder beklagt den Mangel an Kirchenbesuchern in Kirchenthumbach

Die Kirchenthumbacher nutzten am Abend die Gelegenheit, dem Jubilar persönlich zu gratulieren.
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Kirchenthumbach
10.12.2015
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So ein volles Gotteshaus wie am Montagabend ist selten. Pater Benedikt beklagte die schwindende Zahl der Pfarrangehörigen und den rückläufigen Kirchenbesuch: "Ich wäre ein schlechter Seelsorger, wenn ich mir nicht Sorgen um unsere Pfarrgemeinde machen würde."

Der Pfarrer von Mariä Himmelfahrt, Dr. Benedikt Röder, wurde am Montag 40 Jahre alt. Nahezu die gesamte Pfarrgemeinde kam zum Gottesdienst. Bald kam der Pfarrer zum Kernpunkt seiner Predigt mit der Frage: "Wird der Menschensohn, wenn er kommt, in Kirchenthumbach noch Glauben vorfinden? Wo wird die Pfarrei in zehn Jahren stehen?" Der Prediger begann mit ein paar nüchternen Zahlen: 1997 hatte die katholische Pfarrei 2618 Mitglieder. Im November 2015 waren es noch 2029 Katholiken. Die Pfarrei sei also innerhalb von 18 Jahren um fast 600 Personen geschrumpft. Seit September 2012 sind 15 Personen aus der Kirche ausgetreten.

Weniger als ein Viertel der Pfarrangehörigen besucht den Gottesdienst, wie Pater Benedikt anhand von Zahlen belegte. Als sein Vorgänger Pfarrer Konrad Beierl 1980 die Pfarrei übernommen hatte, lag der Kirchenbesuch bei weit über 50 Prozent. Die letzte Zählung Anfang November ergab 22,97 Prozent. Die Tendenz sei eindeutig stark rückläufig. Auffällig sei besonders das Fehlen von jungen Familien und Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen.

Tatsächlich erlebe er in den dritten Klassen immer wieder, dass vermehrt Kinder die Grundgebete wie das "Vater unser" oder das Glaubensbekenntnis nicht mehr wissen. "Können wir was dagegen tun?", hinterfragte der Geistliche. "Müssen die Gottesdienste attraktiver gemacht werden?" Er betonte aber: So wichtig besondere gottesdienstliche Events auch sind, Gottesdienst könne nicht immer ein mitreißendes Erlebnis sein.

Auch auf den Mitgliederschwund bei kirchlichen Vereinen, Verbänden und Gruppen wies er hin. Doch mit seinen Ausführungen wollte der Pater keine Schwarzmalerei betreiben. Er habe versucht, mit ein paar Schlaglichtern einen nüchternen und realistischen Blick auf das Leben und die Zukunft in der Pfarrgemeinde zu werfen, sagte Röder.

Und er berichtete auch Positives: wie die große Zahl der Ministranten, die von jungen Eltern gegründete Kinderkirche, der Kindersingkreis, die Gruppe "Augenblicke", das Kinderhaus und der im Sommer gegründete Katholische Burschenverein. "Ich danke, dass ich hier sein und leben darf. Und ich möchte es gerne auch noch ein Weilchen tun", sagte der geistliche Jubilar.

Geburtstagsfeier und -gästeDie Glückwünsche der Marktgemeinde überbrachte Bürgermeister Jürgen Kürzinger. Für die kirchlichen Gremien gratulierte der Sprecher des Pfarrgemeinderates, Siegfried Failner.

Mitgestaltet wurde die eindrucksvolle Eucharistiefeier von 50 Ministranten, dem Kirchenchor, der Gesangsgruppe "Augenblicke" und dem Kindersingkreis. Nach dem Schlusssegen schmetterte die Blaskapelle unter Leitung von Jürgen Böhme auf dem Vorplatz der Kirche unter anderem den "Erzherzog-Albert-Marsch". Gekommen war auch die Schuhplattlergruppe aus Sassenreuth. Pater Benedikt sollte im Quetsch'ntakt einen Baumstamm durchsägen und mit einer Axt durchtrennen, was allerdings nicht so recht klappen wollte.

Danach floss im Pfarrheim Freibier, das eine Kirchenthumbacher Brauerei gespendet hatte. Im Laufe des Abends schenkten die Fans dem bekennenden Gladbach-Fan Benedikt ein Borussentrikot mit der Rückennummer 40. (ü)
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