Staatliches Bauamt errichtet rechtzeitig vor der Krötenwanderung Schutzzäune
Rettung vor dem Reifentod

Auf einer Länge von 1200 Meter haben Mitarbeiter des Staatlichen Bauamts Amberg-Sulzbach auf der B 470 zwischen der Ausfahrt Altzirkendorf und der europäischen Wasserscheide Rhein-Donau Fangzäune errichtet, um die Kröten bei ihrer Wanderung zu schützen. Bilder: ü (2)
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Kirchenthumbach
26.02.2016
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Wenn die Sonne mit dem Blinzeln anfängt, machen sich Kröten, Molche, Lurche und Frösche auf die Wanderschaft. Die Weibchen suchen zum Laichen den Ort auf, an dem sie selbst das Licht der Welt erblickt haben. Dieses Verhalten sitzt tief in den Tieren drin. Doch die Wanderschaft ist für die Tiere höchst gefährlich.

/Eschenbach. Sehr oft müssen die Kröten Straßen überqueren, um zum Laichplatz zu kommen. Damit sie nicht qualvoll den "Conti"- oder "Pirelli"-Tod sterben, müssen gezielt Maßnahme ergriffen werden.

So auch auf der B 470 zwischen der Ausfahrt Altzirkendorf und dem Zenit der europäischen Wasserscheide Rhein-Donau. Auf einer Länge von 1200 Meter hat das Staatliche Bauamt Amberg-Sulzbach einen grünen Schutzzaun errichtet. Die Kröten können so nicht mehr auf die Straße gelangen. Sie hüpfen am Zaun entlang, bis sie an dessen Ende in Eimer fallen. Diese werden von freiwilligen Helfern zwei Mal am Tag auf die andere Straßenseite beziehungsweise direkt zum Laichplatz gebracht und dort ausgeleert.

Zu diesen Naturschützern zählt auch der Eschenbacher Dr. Manfred Tobisch und seine Frau Barbara. Allein im vergangenen Jahr haben sie 1200 Tiere über die stark frequentierte Bundesstraße getragen. "Wir machen das gerne", sagt Tobisch. Doch die Ideallösung sei das nicht. Außerdem: Die Amphibien kehren nach dem Ablaichen wieder zurück in ihre Lebensräume. Dabei müssen sie die Straße erneut überqueren. Nur gibt es auf dem Rückmarsch keinen Schutzzaun. Abhelfen könnten sogenannte Tunnelsysteme. Bei Altzirkendorf wären drei Tunnel, die unter die Asphaltdecke gebaut werden, sinnvoll, meint der Naturschützer.

"Mitten in der Planung"


Zuständiger Sachbearbeiter beim Staatlichen Bauamt ist Technischer Amtsrat Johann Baumer. Im Gespräch mit unserer Zeitung räumt er die Notwendigkeit von Tunnels ein, die er auch unterstützen will. "Wir stehen dazu mitten in der Planung, und wir kriegen die Sache in den Griff", zeigt er sich optimistisch.

Während der Bauzeit müsste die Straße gesperrt und im Baustellenbereich eine Nebenstraße gebaut werden. Technisch wäre das alles kein Problem, erklärt der Sachbearbeiter.

Er verriet, dass man in diesem Jahr schon über dieser Sache gewesen sei. Die Überlegung sei gewesen, im Zuge des Baus der Ortsumgehung von Kirchenthumbach die Krötentunnel mit auszuschreiben, um bessere Preise erzielen zu können. Aber das Projekt Ortsumgehung sei ausgebremst worden.

Baumer gibt sich dennoch zuversichtlich, dass die Tunnels zeitnah gebaut werden können. Auch beim Staatlichen Bauamt werde auf eine gut funktionierende Flora und Fauna großen Wert gelegt. Bis zum Bau der Krötentunnel ergeht nun an die Verkehrsteilnehmer die Bitte: "Fuß weg vom Gaspedal, den Kröten zuliebe."
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