Watschn vor dem Konsumfest
Altneihauser Weihnachtslesung erwischt auch Kirchenthumbach

Vermischtes
Kirchenthumbach
17.12.2015
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Wenn man Weihnachten besinnlich will, sollte man nicht in die Altneihauser Weihnachtslesung mit Norbert Neugirg und seiner Feierwehrkapell'n gehen. Hier erlebt der Zuschauer eine Brandrodung der extremen Art verpackt mit Witz und Humor. Der eine oder andere findet sich beim genauen Zuhören sicherlich auch wieder.

Der Kulturkreis mit dem Gründungsmitglied Jürgen Böhme bot dem Publikum zum Jahresende noch einmal eine Veranstaltung, die sich gewaschen hat. Geboten wurde verbale Akrobatik vom Feinsten durch den Kommandant der Altneihauser Feierwehr Norbert Neugirg und seine fünf Gefährten. Zur großen Freude der meisten, wenn auch womöglich nicht aller Gäste, lieferte Neugirg auch eine verbale Watschn an Kirchenthumbach, die die Lokalpolitik schonungslos unter die Lupe nahm (siehe Hintergrund) .

Kernreaktor statt Kerze


Neben Wortwatschn an Konsum und kirchliche Traditionen war natürlich auch die ortsansässige Politik ein gefundenes Fressen für den Oberpfälzer Wortverdreher. Niemand fand Gnade. Anekdoten aus dem richtigen Leben wurden durchleuchtet und so manch einer nickte mit dem Kopf zu Neugirgs Ausführungen. Hier wird über die Entstehung eines hell erleuchteten Dorfes philosophiert und das nur, weil ein Nachbar dezent ein Lichtlein in das Fenster stellte. Dessen Nachbar sieht das und gibt noch mehr Gas. Des Nachbars Nachbar wird angespornt, noch eins drauf zu geben und am Ende des Tages hat der Kernreaktor im Nachbarort die Grenzen der Stromerzeugung erreicht. Am Ende folgt die Frage Neugirgs: "Reicht denn nicht eine Kerze im Adventskranz?" Dass der Kauf eines Weihnachtsbaums schon so manchen Streit in einer Beziehung entfachte, bewies Neugirg auf grausame Weise.

Und auch hier sah man die Männerwelt zustimmend den Kopf nicken, ist doch die Botschaft des Kabarettisten, dass Frauen schon seit Jahrhunderten den perfekten Baum suchen und nicht finden. Pfarrer und Kirchenchor, Hausfrau und Weihnachtsgans, Schwager und Alkohol - was nicht niet- und nagelfest war, wurde rücksichtslos durch den Wort-Kakao gezogen. Zwischen den einzelnen Prologen boten die fünf Instrumentenspieler Eigenkreationen aller bekannten Weihnachtslieder. Aus "Es ist ein Ros entsprungen" wurde kurzerhand ein "Ross" und auch vorm rotnasigen Rudolf wurde nicht Halt gemacht. Den Zuhörern gefiel die Veranstaltung, denn die Signierstunde von Neugirgs neuem Buch "Tusch eineinhalbmal" aus dem Oberpfälzer Buch- & Kunstverlag war am Ende erfolgreich.
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