Weißenbrunn feiert Patrozinium
„Hell, weit, kalt“

Die Fahnenträger der Neuzirkendorfer Vereine nahmen im Altarraum Aufstellung, als Professor Hans Gradl (rechts) die Messe zum Patrozinium zelebrierte. Bild: ü
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Kirchenthumbach
16.08.2016
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Neuzirkendorf feiert Patrozinium seiner Wallfahrtskirche. Zelebrant Professor Hans Gradl findet in der Kirche Weißenbrunn Attribute, die für die Kirche an sich stehen.

Neuzirkendorf. Vor allem im 17. und 18. Jahrhundert pilgerten Kranke nach Weißenbrunn. Die Kirche sehen viele bis heute als Gnadenort, an dem man Hoffnung schöpft. Auch am Sonntag hatten sich Menschen nach Weißenbrunn aufgemacht. Mit diesen Rückblick eröffnete Professor Hans Gradl den Gottesdienst zum Laurentiusfest.

Zahlreiche Gläubige waren zum Gotteshaus im Goldbrunnbachtal gekommen, dort wo sich Franken und die Oberpfalz treffen. Den musikalischen Teil hatten Evi, Hubert und Thomas Haberberger übernommen. Sie spielten neue geistliche Lieder. Ein klassischer Höhepunkt war das "Ave Maria" von Camille Saint-Saëns, gesungen von Evi Haberberger.

Professor Gradl befasste sich in seiner Predigt mit dem Gotteshaus und seiner Ausstrahlung: "Von Weißenbrunn kann man lernen." Das Verzeichnis aller Gebäude und Kirchen im Bistum Bamberg schrieb im Jahre 1960 über Weißenbrunn, dass die Kirche "hell, weit und kalt" sei. Das treffe zu, viele Fenster, lichtdurchflutet, mit viel Raum und ohne Heizung, im Winter pfeife der Wind um die Kirche.

"Hell, weit und kalt - was für das Gebäude gilt, hat eine tiefere Bedeutung." An Weißenbrunn könne man etwas lernen über das, was die Kirche an dem Tag feiert, über das Kirchesein. Wenn Kirche dunkel und düster werde, habe sie keinen Sinn mehr. Kirche müsse hell sein. Gerade in den vergangenen Wochen werde sich mancher gefragt haben, was mit der Welt los ist. Ein Unglück jage das nächste, ein Terroranschlag den anderen. Dazu komme persönliche Dunkelheit. "Das Leben kennt viele dunkle Orte: Krankenbett, Grab, Ecken der Einsamkeit."

Das Matthäusevangelium schließe mit dem Satz: "Seid gewiss, ich bin bei euch alle Tage bis zur Vollendung der Welt." Das mache Kirche hell: der Glaube, dass in aller Dunkelheit jemand da ist. Jeder Lichtstrahl in Weißenbrunn erinnere: Glaube macht das Leben hell, in der Gemeinschaft sollen Menschen Zuversicht und Trost und Hoffnung erfahren. "Kirche muss hell sein, sonst schaut ihre Zukunft schwarz aus."

Kirche müsse auch weit sein. "Wenn man Weißenbrunn betritt, hat man viel Raum, da ist Luft, da ist Platz. So muss Kirche sein: Raum bieten, Luft zum Atmen schenken, nicht einengen." Schließlich sei da noch die dritte Aussage: "kalt" sei Weißenbrunn. Das sollte uns eine Mahnung sein. Ja, Kirche werde kalt, wenn sie ein Gebäude bleibe - toter Stein, bloße Architektur. "Erst die Gläubigen, die lebendigen Steine, machen Kirche warm". Sie erfüllten sie mit Leben. Kirche werde warm, wenn sich Menschen versammeln, wenn sie zusammenrücken, wenn sie von der Flamme zehren, die in der Mitte stehe: Jesus Christus. Gradl hatte auch ein Beispiel für solche Menschen: die Zirkendorfern und die Gottesdienstbesucher. Jahr für Jahr werde das Weißenbrunnfest gefeiert. "Sie leisten unglaublich viel: Sie stemmen die Vorbereitung und die Aufgaben. Sie geben der Kirche ein Gesicht und erhalten sie am Leben." So müsse Kirche sein: hell, weit und warm.
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