Am Kütschenrain soll 25 Meter hoher Turm entstehen - Zusätzliche Attraktion für Geopark
Tolle Aussicht noch verbessern

Nach den Plänen von Architekt Norbert Kastl und den Vorstellungen des Marktgemeinderates Kirchenthumbach soll der Aussichtsturm auf dem Kütschenrain entstehen. Bild: Rosalinde Fürk
Wirtschaft
Kirchenthumbach
17.12.2010
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Wenn es nach dem Marktgemeinderat geht, entsteht demnächst ein Aussichtsturm auf dem Kütschenrain unweit der Kalvarienbergkapelle. Dieser Beschluss fiel in der jüngsten Sitzung des Gremiums. Die Idee kam aus der Bürgerschaft.

Vater der Idee ist Marktgemeinderat Georg Adelhardt, der sich daran erinnerte, dass auf dem Kütschenrain schon einmal ein Aussichtsturm stand. Gefördert wird das Vorhaben durch EU-Leader-Gelder. Das Vorhaben steht unter dem Titel: "Geologie, Natur und Kulturgeschichte als Themenweg - Errichtung eines Aussichtsturms an der europäischen Wasserscheide."

Der Bau soll innerhalb der nächsten drei Jahre beginnen, wenn die Gemeinde die Finanzierung gesichert hat. Dann soll eine Stahlkonstruktion entstehen, die sich harmonisch in das Landschaftsbild einfügt. Ein Modell hat Architekt Norbert Kastl bereits angefertigt. Komplett erstellt sind auch die Planunterlagen. Die Höhe soll rund 25 Meter betragen.

Interessantes touristisches Ziel

Mit dem Thema befasste sich auch Dr. Andreas Peterek vom Geopark Bayern-Böhmen, der das Vorhaben voll unterstützt. Das Projekt füge sich sehr gut in das Leader-Thema "Heimat auf Zeit" ein. Der Kütschenrain sei ein interessantes touristisches Ziel und ein wichtiger Baustein im Geopark Bayern-Böhmen.
Dieser erstreckt sich auf bayerischer Seite vom Oberpfälzer Wald, Steinwald und Fichtelgebirge über das oberfränkisch/oberpfälzische Hügelland bis in die Fränkische Schweiz. Die geologische Situation rund um Kirchenthumbach ist gekennzeichnet durch Gesteinsserien des Jura einerseits sowie Einheiten des Muschelkalks und des Keupers. Beide Komplexe werden durch die Kirchenthumbacher Störung zur Fränkischen Linie voneinander abgegrenzt. Die markante Erhebung des Kütschenrains liegt auf einer Linie mit dem westlichen Fichtelgebirge und der Hohenmirsberger Platte.

"Die Lage des Kütschenrains ist prädestiniert für landschaftsgeschichtliche Erläuterungen", so Peterek. Das Projektgebiet rund um Kirchenthumbach nimmt zwischen Grundgebirgseinheiten im Osten und der Frankenalb im Westen eine wichtige Brückenfunktion ein und ist zudem an der B 470 verkehrsgünstig gelegen.

Das geplante Rad- und Wegenetz würde viele geologisch und siedlungsgeschichtlich bedeutsame Projekte verbinden. Der Kütschenrain ist das höchste Vorkommen von Gesteinen des mittleren Juras. Der geplante Aussichtsturm macht diesen damit zu einem hervorragenden Anlaufpunkt und bietet die Möglichkeit einer geotouristischen Vermarktung weit über die Aussicht hinaus.

Der erhaltene Turmstumpf im Ortskern von Thurndorf, der Rest einer alten Burg aus dem 11. Jahrhundert, ist Zeugnis der Grenzsicherung zwischen Franken und Bayern. Dies alles bietet eine große Chance, einen Anlaufpunkt zur Siedlungsgeschichte des Gebietes zu schaffen.
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