Energieberater Armin Sobirey informiert über Neuerungen bei Neubau, Renovierung oder Förderung
Ohne Energieausweis geht nichts mehr

Energieberater Armin Sobirey. Bilder: mül
Wirtschaft
Kirchenthumbach
29.02.2016
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Auf Einladung der Volkshochschule informierte Energieberater Armin Sobirey in der Gastwirtschaft Friedl vor zahlreichen Besuchern über den Energieausweis für Wohngebäude. Dieser ist aufgrund der novellierten Energieeinsparverordnung (EnEV 2014), bei Verkauf, Vermietung oder Verpachtung von Wohngebäuden seit 1. Mai 2014 vorzulegen. Er ermöglicht den Verbrauchern einen Vergleich und eine Beurteilung der Energieeffizienz des Gebäudes und enthält darüber hinaus Empfehlungen für Verbesserungsmaßnahmen. Zweck der Verordnung ist es, Energie einzusparen und zu den energiepolitischen Zielen der Bundesrepublik beizutragen. 2013 wurden circa 69 Prozent der Endenergie in privaten Haushalten für Raumheizung und 16 Prozent für Warmwasserbereitung verbraucht.

Pflichtangaben bei kommerziellen Wohnungsinseraten: Energieausweise für Gebäude fordert der Gesetzgeber schon lange. Bisher mussten die Dokumente auf Nachfrage ausgehändigt werden, der Umgang aller Beteiligten mit diesem Thema war eher nachlässig. Seit 1. Mai 2014 ist die Vorlage verpflichtend (bei Nichtbeachtung drohen Bußgelder). Auch bei kommerziellen Anzeigen (wie in Tageszeitungen) sind der Wert des Energieverbrauchs, die wesentlichen Energieträger, das Baujahr und Energieeffizienzklasse anzugeben.

Energiebedarfs- und -verbrauchsausweis: Die verpflichtenden Angaben können den Energieausweisen entnommen werden, von denen es zwei Arten gibt: den Energiebedarfs- und den Energieverbrauchsausweis. Beim verbrauchsbezogenen Ausweis werden die Kennwerte aufgrund des tatsächlichen Verbrauchs (Heizöl, Holz und so weiter) der letzten drei Jahre ermittelt. Er ist preisgünstig, aber relativ ungenau. Aussagekräftiger, aber auch erheblich teurer ist der bedarfsbezogene Ausweis, dessen Kennwerte aufgrund der Qualität der Gebäudehülle (Außenwände, Dach, Fenster/Türen, Keller, Bodenplatte) festgestellt werden, wobei es eine uneingeschränkte freie Wahl zwischen Verbrauchs- und Bedarfsausweis nicht gibt. Entscheidend ist, ob für das Gebäude vor dem 1. November 1977 ein Bauantrag gestellt worden ist. Auch die Anzahl der Wohnungen und bereits erfolgte Sanierungsmaßnahmen spielen eine Rolle.

Nachrüsten am Bestand: Die Energiesparverordnung enthält auch Vorschriften zum Nachrüsten am Bestand, auf die der Referent ebenfalls einging. So dürfen Heizkessel, die vor dem 1. Januar 1985 eingebaut wurden, nicht mehr verwendet werden. Bei allen später eingebauten gilt eine Höchstnutzungsdauer von 30 Jahren. Ausgenommen hiervon sind Niedertemperatur- und Brennwertkessel.

Bisher ungedämmte, zugängliche Wärme- und Warmwasserleitungsrohre in unbeheizten Räumen und oberste Geschossdecken/Dächer sind zu dämmen (außer bei Ein- und Zweifamilienhäusern, die am 1. Februar 2002 vom Eigentümer selbst bewohnt wurden).

Bereich Neubau: Bei Neubauten erfolgte eine Verschärfung der Energieeinsparverordnung. Zum 1. Januar 2016 wurden die Vorgaben für den maximal zulässigen Primärenergiebedarf um 25 Prozent reduziert, was bedeutet, dass das KfW-Effizienzhaus 70 praktisch zum Mindeststandard erklärt wurde.

Förderung von Sanierungsmaßnahmen: Für die Zuhörer interessant waren auch die möglichen Fördermaßnahmen, die der Energieberater aufzeigte, mit denen Hausbesitzer bei Sanierungsmaßnahen unterstützt werden. Es gibt die Programme der BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle), der KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) und aktuell das 10 000-Häuserprogramm. Je nach Umfang der Sanierung gibt es bei KfW eine Förderung bis zu 30 000 Euro (je nach Umfang der Maßnahme). Im Falle einer Beantragung ist der Energieberater einzubinden.

Förderung von Neubauten: Auch im Neubaubereich fördert die KfW wie bisher, wusste Armin Sobirey zu berichten. Aufgrund der Verschärfung der EnEV erhöht die KfW zum 1. April 2016 den zinsgünstigen Kredit von aktuell 50 000 Euro auf 100 000 Euro pro Wohneinheit. Hinzu kommt noch ein Tilgungszuschuss von bis 15 000 Euro pro Wohneinheit, abhängig von der Effizienzklasse des Gebäudes.

Ist man unsicher, ob und wenn ja, welcher Energieausweis benötigt wird, eine Nachrüstpflicht besteht, oder aber auch sicherstellen will, alle Fördermittel bei Sanierung oder Neubau auszuschöpfen, ist der Energieberater der erste Ansprechpartner.
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