Der Wald kennt nicht nur Idylle

Forstwirtschaftsmeister Ernst Müller (vorne rechts) war für einen Teil des Praxistages zuständig. Bild: hfz
Lokales
Köfering
09.04.2015
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Worum umweltpolitisch oft gestritten wird, das steht für die Forstwirtschaft außer Frage: Der fortschreitende Klimawandel erfordert rechtzeitiges Reagieren. Eine Fortbildung für Waldbesitzer.

. Auch samstags ist Schule. So war es zumindest für 35 Waldbesitzer, die im Kalten Tal bei Köfering, ein Flurstück des Amberger Stadtwaldes, ihren praktischen Abschlusstag eines fachlichen Bildungsprogramms absolvierten. Nach viel Theorie an immerhin sieben Seminarabenden in der Aula des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) fehlte als letzter Schliff noch das nötige Handanlegen.

Der sogenannte Praxistag dieser Fortbildung wendet sich der Geologie und Fragen des Standorts, dem Pflanzen, Zaunbau und der Waldpflege zu. Nicht zuletzt werden dabei auch zuvor theoretisch erörterte Fragen vor Ort vertieft. Zum Ende der Fortbildung überreichte AELF-Abteilungsleiterin Helga Verron den Absolventen deren Teilnahmeurkunden.

Am Ende zeigte sich der Kurs begeistert von den abwechslungsreichen Lehrinhalten, der viel Neues zu einer erfolgreichen und nachhaltigen Waldbewirtschaftung beigetragen habe. Zunächst gab es eine Einführung in die geologischen Standortgrundlagen der Region. Nicht zuletzt daraus ergibt sich, welche Baumarten wo am besten gedeihen und wie sich die Waldbauern auf den fortschreitenden Klimawandel einstellen können.

Nötige Standortkarten können von Waldbesitzern jederzeit bei den sogenannten Beratungsförstern, Forstbetriebsgemeinschaften oder den Waldbesitzervereinigungen eingesehen werden. Forstwirtschaftsmeister Ernst Müller zeigte daneben verschiedene Pflanzverfahren im praktischen Einsatz. Hier spielen so Fachbegriffe wie "Schrägpflanzhaue", "Hohlspaten" oder "Fahrradlenker" eine wichtige Rolle. Für jede Pflanzengröße und Wurzelausformung gibt es nämlich ein spezielles Werkzeug.

Erörtert und angeschaut wurden auch Maßnahmen zum Wildverbissschutz, wobei nach wie vor der Zaunbau die wichtigste Rolle spielt. Ebenso wurden verschiedene Wuchshilfen und -hüllen zum Verbissschutz vorgestellt. In diesem Zusammenhang stellte Revierleiter Werner Lang das Transekt-Verfahren vor, das Waldbesitzern die Beurteilung der Verbisssituation im eigenen Wald über einen längeren Zeitraum ermöglicht.

Nicht fehlen im Programm durfte der Blick in die Zukunft mit der Waldpflege. Vorgestellt wurde in diesem Zusammenhang nicht nur die Jungwuchspflege mit dem Freischneider in sogenannten Fichtenbürsten-Wüchsen, sondern auch in jungen Laub- und Nadelholzbeständen.

Zum Abschluss der Veranstaltung wurde eine Rettungssituation im Wald simuliert, indem einem der Teilnehmer ein Schwächeanfall zugeschrieben wurde. Innerhalb kürzester Zeit konnte ein Rettungswagen alarmiert und von Lang in Köfering abgeholt und an die richtige Stelle im Wald gelotst werden.
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