Jagdpächter schossen fünf von sieben Jungtieren zur Regulierung
Schwäne tot im Wald

Im Sommer vergangenen Jahres war das Schwanenpaar mit seinen sieben Jungtieren häufig auf der Vils zu sehen. Wenn es zu viele Schwäne gibt, muss der Mensch es übernehmen, die Anzahl dieser Tiere zu regulieren, sagen die Jagdpächter des Reviers Köfering zur Kritik am Abschuss der Tiere. Bild: Hohler
Lokales
Köfering
20.01.2015
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"Respektlos, hirnlos, perverser Irrsinn" - Leserin Sabine Hohler, die per Mail auf die erschossenen Jungschwäne hinwies, hat absolut kein Verständnis für jemanden, der so etwas tut. Jagdpächter Helmut Graf dagegen sagt: "Wir betreiben auch Tier- und Naturschutz."

"Alle abgeschossen und bei Theuern in den Wald geschmissen", so beschreibt es Sabine Hohler. "In dem Bereich gibt es zu viele Schwäne", nennt Helmut Graf als Grund für den Abschuss. "In unserem Abschnitt der Vils waren es zeitweise 15 Stück." Der Lengenfelder Landwirt Graf ist zusammen mit dem Kümmersbrucker Tierarzt Dr. Markus Mahal Jagdpächter im Revier Köfering. Da Schwäne keine natürlichen Feinde hätten, müsse der Mensch ihre Anzahl regulieren, sagt Graf.

Tue er das nicht, drohten unter den Tieren Seuchen auszubrechen. Zudem bedeuteten die Schwäne eine Gefahr für die Stromleitungen über der Vils. Mindestens einmal im Jahr flögen Schwäne dagegen und verursachten so Kurzschlüsse.

Fünf von sieben Schwänen geschossen

Graf und Mahal entschlossen sich deshalb, von den sieben Jungtieren eines Schwanenpaars noch vor Weihnachten fünf zu schießen. Den Anwohnern des Flussabschnitts habe man vorher erklärt, warum das notwendig sei, erzählt Graf. Dabei sei man durchweg auf Verständnis gestoßen. Laut dem Lengenfelder schießt man Jungtiere, weil man bei ihnen zumindest die Brustpartie verwerten kann. Bei älteren Schwänen schmeckt das Fleisch tranig.

Die fünf geschossenen Tiere habe man dann in eine Kultur-Umzäunung im Wald gelegt, ganz in der Nähe eines Fuchsbaus. "So beseitigt man etwa auch ein Reh, das bei einem Verkehrsunfall getötet wurde." Mit dieser Methode hole man den Fuchs in die Umzäunung und er jage dort auch Schädlinge, zum Beispiel Mäuse, die den dort gepflanzten Bäumen zusetzen. Auch für den Habicht seien die Kadaver der Schwäne eine Bereicherung des Winter-Speiseplans gewesen.

Kadaver rechtmäßig entsorgt

Christine Hollederer, die Pressesprecherin des Landratsamtes, bestätigt Grafs Angaben: Schwäne dürften laut Jagdrecht vom 1. November bis zum 20. Februar bejagt werden. Es bestehe keine Entsorgungspflicht über die Tierkörperbeseitigung.

Und wenn keine Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung erkennbar sei, verstoße es auch nicht gegen einschlägige Vorschriften, die Kadaver der Tiere im Wald zu entsorgen.
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