125 Jahre St. Johannis am Breitenstein
Fünf Anwesen, zwei Kapellen

Dreimal im Jahr gibt es an der idyllisch gelegenen Breitenstein-Kapelle Freiluftgottesdienste . Bild: wk
Kultur
Königstein
13.06.2016
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Die Feldkapelle St. Johannis am Breitenstein feiert ihr 125-jähriges Bestehen. Unterhalb der ehemaligen Burg steht am Waldeingang dieses kleine Gotteshaus. Seit eh und je gehört es zur evangelischen Gemeinde Eschenfelden. Auch nachdem Breitenstein und Namsreuth zur Pfarrei Königstein kamen, blieb dieses Kirchlein doch immer eine Filiale von Eschenfelden.

Breitenstein. Diese Kapelle entstand, weil Herzog Christian August zum katholischen Glauben übertrat. Fortan nutzte er die Burgkapelle als Privatkapelle ausschließlich für die katholische Konfession. Den Evangelischen blieb der Zutritt verwehrt, obwohl die Breitensteiner alle evangelisch waren. Die Bewohner wollten aber auf ihren eigenen Andachtsraum nicht verzichten und bauten "ihre" evangelische Johanniskapelle unterhalb des Burgberges. So kam das kleine Dorf Breitenstein, das nur fünf Anwesen zählt, zu zwei Kapellen.

Spreng-Schäden


Das jetzige Kirchlein wurde anstelle einer alten verfallenen Kapelle gebaut. Die Sprengungen in einem nahen Steinbruch beschädigten die Vorgängerkirche so stark, dass sie einzufallen drohte. Daher baute die Kirchengemeinde Eschenfelden ganz in der Nähe eine neue Kapelle. Die Baukosten von 800 Mark übernahm die evangelische Kapellenstiftung Breitenstein. In der Kapelle befindet sich lediglich ein Altar mit einem Bild von der Kreuzigung Christi. Zwei biblische Heiligenfiguren zu beiden Seiten des Altars kamen erst später dazu: Johannes der Täufer trägt ein Lamm, der Erzengel Michael eine Waage. Dieser soll dabei an die ehemalige Michaeliskapelle in Namsreuth erinnern, die im Dreißigjährigen Krieg verfiel. Vor 30 Jahren wurde ein eisernes Gitter am Eingang angebracht, damit die Kapelle im Sommer geöffnet bleiben kann.

Früher befand sich in der Nähe ein steinernes Türmchen mit zwei Glocken. Diese zogen bei Gewitter die Blitze regelrecht an. Da der Turm gleich neben dem Haus und dem Stadel der Familie Peschel stand, waren deren Vorfahren sehr um ihre Sicherheit besorgt. Als die Königsteiner im Jahre 1927 ihre eigene Johanniskapelle bauten, nahmen sie die Glocken einfach mit und setzten sie auf das Glockentürmchen ihrer neuen Johanniskapelle auf dem Kühberg.

Die Breitensteiner erhielten aber dennoch eine neue Glocke, die sich nun in einem kreuzförmigen Fenster im Giebel befindet. Dieses Glöckchen stammt aus Schlesien. Der evangelische Pfarrer Gastauer von Eschenfelden bekam die Glocke nach dem Krieg vom Glockenfriedhof in Hamburg. Eine Besonderheit der Kapelle ist die steinerne Außenkanzel, auf der der Pfarrer seine Predigt hält.

Taufen und Hochzeiten


Dreimal im Jahr werden hier Freiluftgottesdienste begangen: An Christi Himmelfahrt, am Sonntag nach Johanni und am Sonntag nach Michaeli. Bis 1958 wurde exakt am Johannistag Gottesdienst gefeiert, danach wurde er auf den darauf folgenden Sonntag verlegt. Da es früher keinen Posaunenchor gab, begleiteten die Königsteiner und Eschenfeldener Musikanten die Choräle bei den Freiluftgottesdiensten. Vor der Kapelle wurden schon viele Taufen und eine Hochzeit gefeiert.

Freiluft-GottesdienstWeil dieses Jahr die Johannisfeier mit dem 50-jährigen Wasserwachtsjubiläum in Königstein zusammen fallen würde, werden der Freiluft-Gottesdienst und auch der Kindergottesdienst auf dem Breitenstein schon am Sonntag, 19. Juni, um 9.30 Uhr gefeiert. Ein gemütlicher Frühschoppen schließt sich an. (wku)
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