Finale beim Kletterfestival im Königsteiner Naturbad
Zwei ganz dicke Brocken bearbeitet

Für den Bohrhaken-Wettbewerb am Samstag wurden extra zwei Felsklötze ins Königsteiner Naturbad transportiert. Bild: wku
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Königstein
30.05.2016
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Während der Podiumsdiskussion nutzte der Nachwuchs die Gelegenheit zum Kraxeln in der Boulderhalle in Auerbach. Der federführende Verein Zugzwang zählt mittlerweile schon 180 Mitglieder. Bild: cs


Eine der schwierigsten Kletterrouten der Welt: Entdeckung der Action Directe im Krottenseer Forst vor 25 JahrenAuerbach. (cs) Er liegt vor der Haustür, wurde aber mit Ausnahme weniger Auerbacher von der heimischen Bevölkerung lange eher nur optisch wahrgenommen, der Waldkopf im Krottenseer Forst. Dabei zog das Felsengebilde schon geraume Zeit viele Kletterer aus allen Himmelsrichtungen an. 1991 machte der Ausnahmekletterer Wolfgang Güllich mit seiner Action Directe Furore, er schaffte die Tour im 11. Schwierigkeitsgrad, die über viele Jahre als die schwierigste der Welt galt. Ein Jahr nach diesem Erfolg kam Güllich bei einem Autounfall ums Leben, der Mythos dieser internationalen Ikone ist bis heute nicht verblasst.

Mehr als 15 Jahre mussten vergehen für die ersten zehn von Erfolg gekrönten Wiederholungen. 25 Jahre Action Directe führte im Rahmen des 2. Frankenjura Kletterfestivals zum großen Familientreffen in Königstein und Auerbach.

Über 500 Sportler tauchten am Freitagabend in der Helmut-Ott-Halle in Auerbach bei einer Podiumsrunde mit der Elite der Sportkletterer in die Welt dieses Sports ein und kehrten mit Weggefährten und Zeitzeugen zu den Wurzeln zurück. Dafür stand unter anderem auch der Engländer Jerry Moffatt als einer der weltbesten Kletterer in den 1980er und Anfang der 1990er Jahre. Die Hoffnung aller Podiumsteilnehmer ist es, dass diese Route am Waldkopf auch in 20 Jahren noch die Leute begeistern wird. "Dabei kommt es nicht darauf an, ob man es in zwei Stunden oder in zwei Tagen schafft", so der Ansporn der Begeher der Action Directe, darunter Namen wie Alexander Adler, Christian Bindhammer, Markus Bock, Alexander Megos, Felix Neumärkter, Julius Westphal, Felix Knaub (alle Deutschland), Kilian Fischhuber (Österreich) Patxi U. Lakunza (Spanien) oder Adam Pustelnik (Polen). Guter Dinge ist man, dass sich auch bald Damen an diese Aufgabe wagen. Bürgermeister Joachim Neuß räumte in seinen Grußworten ein, dass nur einige Insider das touristische Potenzial erkannt hatten und die Politik darauf aufmerksam machten.

Mit dem Festival hofft man, Impulse zu setzen unter dem Slogan "Climer are welcome". Die Bewirtung erfolgte durch die Siedlergemeinschaft "Am Rosenhof" und den Boulderverein Zugzwang. Letzterer hat sich bereits am Nachmittag mit seiner Boulderhalle als guter Gastgeber gezeigt.

Beim Kletterfestival im Königsteiner Naturbad war beim Finale am Samstag viel geboten. Laut ertönte das Schlagen mit Handmeisel und Hammer. Der Grund: Auf der Wiese fand ein Bühlerhaken-Bohrwettbewerb statt. Dazu wurden extra zwei Felsklötze ins Naturbad geschafft, in die die Bohrhaken gesetzt wurden.

Je zwei Mann traten gegeneinander an. Veranstalter Horst Fürsattel erklärte, dass es im Frankenjura 25 000 Haken in den Felsen gäbe. Früher wurden alle per Hand gesetzt, was sehr anstrengend war. 14 bis 16 Minuten brauchten die Kletterer dafür. Heutzutage ist dies mit der Bohrmaschine leicht zu bewältigen.

Auf die Nachfrage, was mit den beiden stattlichen Felsbrocken geschehe, antwortete Bürgermeister Hans Koch, dass das noch nicht geklärt sei. Im Zelt berichtete Christina Huber aus Garmisch-Partenkirchen von ihrem Weg als Alpinistin. Als erstes reines Damenteam kletterte sie mit ihrer Partnerin auf den Cerro Torre in Patagonien und schrieb damit Geschichte im Alpinismus. Der Höhepunkt des Abends war ein Wettkampf im Bouldern. Gleich neben der Bühne war der knifflige Hangel-Parcours aufgestellt. Es traten immer Zweier-Teams an, jeweils ein Amateur zusammen mit einem Profi-Kletterer.

Der Wettbewerb ging über vier Stationen, bei denen sich beide abwechseln und überlegen mussten, wer den jeweiligen Part bestreiten soll. Am Sonntag endete das Kletterfestival.
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