Verschwundener Brauch im Raum Königstein
Als Kinder noch „Maschkerer gingen“

Viele Königsteiner Kinder zogen früher zu Fasching verkleidet durch den Markt. Das Bild aus den Jahren um 1960 zeigte eine starke Gruppe am Botzlerberg neben dem evangelischen Gemeindehaus. Repro: wku
Vermischtes
Königstein
08.02.2016
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Die Faschingszeit beschränkte sich früher in Königstein im Wesentlichen auf den Rosenmontag und Faschingsdienstag. Dann zogen maskierte Mädchen und Buben durch den Markt. Auch in Fichtenhof, Wildenhof, Mitteldorf, Gaißach oder Breitenstein gingen sie von Haus zu Haus und sagten an den Türen den alten Kindervers auf: "Lustig ist die Fasenacht, wenn die Mutter Küchlein backt. Wenn sie aber keine backt, dann pfeif' ich auf die Fasenacht!" Dafür gab es Kücheln, Krapfen, Bonbons oder Schokolade, vielleicht auch mal 20 Pfennige. In der Bäckerei Roth bekamen die Kinder natürlich Faschingsbrezen geschenkt, die es dort heute noch gibt.

Buben verkleideten sich damals wie heute gerne als Cowboys und Indianer. Es gab aber auch Schlotfeger, Förster, Wichtel, Piraten und Clowns. Die Mädchen schlüpften am liebsten in Prinzessinnenkostüme. Meistens nähten sie die Mütter selber und ließen ihrer Fantasie freien Lauf. Das letzte Dorf, in dem in den 1990er-Jahren noch "Maschkerer gegangen" wurde, war Fichtenhof. Danach starb dieser Brauch endgültig aus.
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