Feuchte Kinderstuben
LBV-Kindergruppe legt Laichgumpen für Salamander an

"Ab in den Matsch", hieß es für die Teilnehmer der LBV-Jugendgruppe aus Luhe. Beim Anlegen der Salamander-Laichgumpen im Kohlberger Klingenbachtal mussten sie in dem kalten Bachbett ganz schön schuften. Aber Spaß gemacht hat es trotzdem. Bild: jml
Freizeit
Kohlberg
29.04.2016
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Das war wirklich nichts für Weicheier. Bei Sonne, Wind und Regen legte die Kindergruppe des Landesbunds für Vogelschutz (LBV) aus Luhe im kalten Klingenbach Laichgumpen für Feuersalamander an. Sie löste damit ein Versprechen ein.

Kohlberg/Luhe. Im Oktober hatten die Mädchen und Buben Totholzstapel auf dem frisch gerodeten LBV-Gelände am Naturerlebnisweg als Unterschlupf für Kriechtiere errichtet. Jetzt ging es den Jugendlichen darum, neue Kinderstuben für Salamander in den Bachlauf einzubauen.

Ohne Gummistiefel, Mützen und Anoraks ging da nichts. Das hatten ihnen die Betreuerinnen Roswitha Kauer und Christine Bäumler bereits vorher eingeschärft. "Das war so richtiges Salamanderwetter", lachte Bernd Bauer, der Artenschützer des Kohlberger OWV.

Tier sagen Hallo


Er leitete die ganze Aktion und weiß, dass die schwarz-gelben Krabbler kühle und nasse Tage mögen. In bereits vorhandenen Laichgumpen zeigte der Naturschützer den Kindern etliche Feuersalamander-Larven. Und dann konnte die Gruppe im nassen Gras sogar zwei Alttiere auf ihrer Pirsch beobachten. Viele hatten noch nie einen Lurchi in der Natur gesehen.

Bauer erklärte: "Jeder Salamander trägt eine eigene, unverwechselbare Zeichnung auf seiner Haut. Keine gleicht der anderen." Etwa 30 Larven setzt ein Muttertier pro Jahr. Nur etwa fünf bis sechs erreichen das Erwachsenenalter. Die Gumpen sind die Kinderstuben dieser Amphibien. Sie müssen so angelegt werden, dass immer frisches Wasser durchfließt. "Sauerstoffreich, aber nährstoffarm soll es sein", sagt Bauer: "Und tief genug, um nicht auszutrocknen und um Fressfeinde fernzuhalten".

Die Kinder legten sich mächtig ins Zeug. Das klare Quellwasser wurde schnell zur braunen Brühe, der Schlamm spritzte, es war rutschig und auch ein bisschen mühsam, die Ausbuchtungen zu schaufeln. Aber nach einigen Stunden war es geschafft. Mit kalten Füßen, dreckigen Hosen, aber guter Laune fuhr die Gruppe mit vielen neuen Eindrücken wieder heim.

Gute Zusammenarbeit


Auch den drei Betreuern hat die Arbeit Spaß gemacht: "Die Kinder haben ja heutzutage sonst ganz andere Interessen, als in die Natur zu gehen", erklärt Bauer. Für ihn, der das Projekt Naturerlebnisweg in Kohlberg von Anfang an mit betreut, ist die Zusammenarbeit zwischen dem Naturpark, der Unteren Naturschutzbehörde, OWV und vor allem LBV enorm wichtig. Die Vogelschützer haben dieses Gelände letztes Jahr gekauft. Jetzt wird sukzessive der früher dunkle Fichtenwald zur naturnahen Bachlandschaft umgestaltet.

Neu gepflanzte Erlen begleiten inzwischen das schmale Rinnsal. Heimische Sträucher sorgen für Nahrung und Brutmöglichkeiten für Singvögel. "Es wird da noch Einiges an Überraschungen aus dem Boden sprießen, nachdem jetzt wieder Licht hinkommt", ist sich Bauer sicher.
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