Beer-Walbrunn-Tage 2016" präsentieren Kammermusikabend mit "Ensemble von Brio"
Sanfte Töne und tänzerisches Flair

Das "Ensemble Con Prio" begeistert bei ihrem Auftritt bei den Beer-Walbrunn-Tagen mit musikalischem Geschick und Können. Bild: tie
Kultur
Kohlberg
03.11.2016
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Ein Kreis von Interessenten findet sich in der Nikolauskirche zu Kohlberg ein, als das "Ensemble Con Brio" seinen Kammermusikabend gestaltet. Das besondere an diesem Abend ist, dass sich Gerda Machmor-Geer (Violine 1), Heidi Braun (Violine 2), Franz Rauch (Viola) und Peter K. Donhauser (Violoncello) echten Wiederentdeckungen von Werken Oberpfälzer Komponisten annehmen. Dank heutiger Reproduktionsmöglichkeiten kann man berühmte Musikstücke auch zu Hause hören.

Chef einer Druckerei


Der Abend beginnt mit der Interpretation des "Streichquartetts G - Dur" op 13/3 des in Neustadt/WN 1761 geborenen Franz Gleißner. Der Komponist schrieb dieses und andere Werke als Zusatzbeschäftigung zu seiner Tätigkeit als Chef einer Druckerei, die sich auf den Druck von Noten spezialisierte. Zwei Themen prägen das einleitende "Allegro". Rhythmisch scharf gestaltet ist das erste, reich an Melodien das alternative. Mitreißende Musik in der lebhaften Interpretation der Musikgruppe. Eine große weitgespannte Melodie in elegisch geprägter Grundstimmung strukturiert das "Andante", einschließlich des etwas aufgelockerten und lebhafteren Mittelteils.

Musik von Max Reger


Das "Rondo Allegretto" setzt dagegen auf einen tänzerisches Flair, was vor allem der 1. Violine einiges an Spieltechnik abverlangt. Für Gerda Machmor-Geer ist das wirklich kein Problem. Insgesamt kann man feststellen, dass die Spieler exakt aufeinander hören und ein gemeinsames Konzept vorweisen. Weiter erklingen fünf kleinere Musikstücke von Max Reger, ursprünglich für Orgel oder Harmonium geschrieben, für Streicher arrangiert von Richard Lange.

Dieser hat den besonderen Kompositionsstil Regers tadellos auf Streicher übertragen. Das gilt für die "Melodie" op 129/4 wie für das "Prélude", die "Fuge" und "Basso ostinato" aus op 92 und die "Romanze a - moll" o. op. in berührenden Tonfolgen wie kompliziert angelegten Harmonien, wie sie für Reger typisch sind. Streng bieten die vier Instrumente die Fuge dar, ebenso kompromisslos ist das Cello von Donhauser gefordert.

Die Musiker spielen mit bewundernswerter Intensität. Als letztes Werk des Abends erklingt das "Quartett Nr. 2 c - moll" op 6 von Anton Beer-Walbrunn, geboren 1864 in Kohlberg, der um die Jahrhundertwende neoromantische Musik schreibt, dabei aber durchaus seine eigene Welt musikalischer Vorstellungen auslebt. In einem "Adagio intimo" wird eine elegische Stimmung kreiert, bis ein ruheloses "Allegro molto" in raschem Zusammenspiel aller Instrumente erklingt. Leise variieren die Musiker das "Thema con Variazioni: Adagio non troppo quasi Andante". Das "Scherzo: Allegro vivace" jagt ruhelos dahin. Noch schneller wird nach einer "Sostenuto"-Einleitung das "Allegro risoluto" des Finalsatzes von allen Instrumenten dargeboten.

Ein individueller Musikstil, dem Beer-Walbrunn hier huldigt. Eine echte Neuentdeckung, die man öfter hören möchte, am besten vom "Ensemble Con Brio".
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