Ensemble "Con Brio" spielt bei 3. Beer-Walbrunn-Tagen
Dichte Kleinode voller Ideen

Das Ensemble "Con Brio" widmet sich bei ihrem Konzert bei den 3. Beer-Walbrunn-Tagen regionalen Komponisten. Bild: hfz
Kultur
Kohlberg
22.10.2016
51
0

Die 3. Beer-Walbrunn-Tage unter Federführung von Pfarrer und Musikforscher Martin Valeske starten am Samstag, 29. Oktober (19 Uhr), in der Nikolauskirche in Kohlberg. Das Ensemble "Con Brio" - Gerda Machmor-Geer, Heidi Braun, Franz Rauch und Peter K. Donhauser - spielt Werke von Komponisten, die im Umfeld von Weiden gelebt haben: Franz Gleißner, Max Reger und natürlich Anton Beer-Walbrunn.

Franz Gleißner (1761-1818) ist in Neustadt/WN geboren, eine Tafel markiert sein Geburtshaus am Stadtplatz 29. Zur Ausbildung kommt er mit elf Jahren an das kurfürstliche Jesuiten-Gymnasium in Amberg (heute Erasmus-Gymnasium), wo "er eine ausserordentliche Neigung zur Musik und Dichtkunst zeigte", auf "dem Musikchor den Contrebaß spielte, und überdieß ein guter Sänger war". Die nächste Lebensstation ist 1790 München, ab 1795 wird er Kontrabassist bei der kurfürstlichen Hofkapelle. 1796 gründet er die Firma Gleißner & Senefelder für Noten-Lithografie (Steindruck). Ab 1799 ist er drei Jahre lang in Offenbach als "Compositeur und Corrector" tätig. In dieser Zeit verfertigt er "mit roter Dinte" ein Verzeichnis der Werke Mozarts, das die Grundlage für André und Köchel werden sollte. "Con Brio" spielt das dreisätzige Quartett G-Dur op. 13/3 aus der Zeit um 1806.

Von Reger hat das Ensemble fünf Kompositionen ausgewählt: Es sind selten zu hörende zeitgenössische Arrangements von Harmonium- und Orgelstücken. Sie stehen zwischen Charakterstück und Programmmusik und verdanken ihre Entstehung (Opus 129) einer Verpflichtung Regers, dem Verlag Bote & Bock "kleinere, leichte Stücke" zu liefern. Wie so oft bei Reger sind sie atmosphärisch dichte Kleinode voller Ideen und Beziehungsreichtum.

Von Anton Beer-Walbrunn (1864-1929) erklingt diesmal das mit langem Atem angelegte 2. Quartett c-Moll op. 6. Er hatte nach seiner Ausbildung mit herausragendem Examen am Lehrerseminar Amberg (heutiges Max-Reger-Gymnasium) 1882 bis 1888 als Lehrer gearbeitet und dann bis 1891 in München bei Joseph Gabriel Rheinberger Komposition studiert. Opus 6 stammt von 1892 und zeigt einen von seinem Lehrer bereits emanzipierten Schüler, der entschieden den eigenen Weg geht: Das hörenswerte Quartett ist auch im Vergleich zu Mendelssohn, Schumann, Brahms, Dvorák oder gar Reger ein außerordentlich eigenständiges, profiliertes Opus. Karten gibt es an der Abendkasse.

Der kirchenmusikalische Gottesdienst am Sonntag, 30. Oktober (9.30 Uhr) in der Nikolauskirche wird von Angelika Huber, dem Geiger Gerhard Urban (München) und Hanns-Friedrich Kaiser gestaltet.

___



Weitere Informationen:

www.beer-walbrunn-kohlberg.de
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.