„Gott loben, das ist unser Amt“
Bezirksposaunenchor Weiden beweist bei Konzert in Kohlberg seine großartige Nachwuchsarbeit

Zwischen Krippe und Weihnachtsbaum in der katholischen Herz-Jesu-Kirche in Kohlberg gaben die Bläser des Evangelischen Bezirksposaunenchors Weiden ihr großes Jahreskonzert. Die Jungbläser der C-Leistungsgruppe (Bild) bestanden ihre Feuerprobe mit Bravour. Das Dekanat Weiden ist mittlerweile weit über seine Grenzen hinaus für seine ausgezeichnete musikalische Nachwuchsarbeit bekannt. Bild: amü
Kultur
Kohlberg
13.01.2016
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Ein eindrucksvolles Beispiel gelungener musikalischer Jugendarbeit hörten am Samstag die vielen Besucher in der katholischen Herz-Jesu-Kirche. Der Evangelische Bezirksposaunenchor Weiden gab sein alljährliches Konzert und hatte sich dafür auf der Rüstzeit während der ersten fünf Januartage vorbereitet - zum zweiten Mal unter der neuen Bezirksposaunenchorleitung von Ulrike Kummer, Andrea Riedel und Heinz Schmidt.

Bereits das erste Stück, das die knapp 100 Bläser miteinander intonierten, zeigte die gewaltige Klangfülle des Ensembles. Die disziplinierte Arbeit hatte sich voll ausgezahlt, die Aufmerksamkeit und die Konzentration der oft noch sehr jungen Bläser war fast mit Händen zu greifen. Die Stückauswahl war sehr vielseitig und modern. Die einzelnen Leistungsgruppen wechselten sich beim Musizieren häufig ab, was vor allem der Kondition zugute kam. Mit drei Gesangseinlagen unterstützten Alexandra Adam, Silke Husslik mit Dr. Horst Petzold an der Orgel die Bläser und verschafften ihnen wichtige Atempausen.

Die Spielstücke und Choralbearbeitungen, die Filmmusikstücke und Melodieklassiker, die modernen Lobpreislieder und die eigens für die Rüstzeit geschriebenen Stücke zauberten sowohl den Dirigenten als auch den Zuhörern ein zufriedenes Lächeln ins Gesicht - und jagten ihnen auch oft genug einen Schauer über den Rücken. Wolfgang Land hatte beispielsweise eine abwechslungsreiche und bewegende Version von "O du fröhliche" einstudiert. Wer in die Gesichter der Bläser blickte, konnte den Stolz darüber erkennen, dass die mit so viel Zeit und Energie geübten Lieder nun so schön geklappt hatten.

"Ipharadisi" durchgesetzt


Gerade nach dem rhythmisch anspruchsvollen A-Stück "When Israel was in Egypt's Land", das auf der Rüstzeit wohl die meiste Probenzeit gekostet hatte, war der Dirigentin Andrea Riedel die Erleichterung und Freude über die gelungene Aufführung deutlich anzusehen. Und sie war nicht die einzige.

Die Vorbereitung war auch deshalb etwas Besonderes, weil die jüngsten Bläser der C-Leistungsgruppe sich bemerkenswert selbstbewusst gezeigt hatten. Mit viel Eigenregie hatten sie um ihr Lieblingsstück "Ipharadisi" gekämpft, das Annemarie Kohl extra für sie arrangiert hatte. Aus Zeitgründen sollte dieses Stück aus dem Konzertprogramm gestrichen werden, doch das schmeckte der C-Gruppe überhaupt nicht. Sie traf sich also außerhalb der Probeneinheiten zum Üben, die erst zwölfjährige Nachwuchsdirigentin Saskia Zupfer (die erst auf der Rüstzeit das Dirigieren begann) übernahm die Leitung, und alle zusammen führten "Ipharadisi" am Bunten Abend auf.

Ulrike Kummer, Annika Bock und Obmann Richard Riedel, die durch das Programm führten, waren gleichermaßen begeistert, dass Saskia Zupfer und "ihre" C-Gruppe das Stück beim Konzert wiederholte. Nicht nur das Publikum, sondern auch die Bläser der B- und A-Gruppe, die "die Kleinen" und ihr Stück ja schon kannten, waren hingerissen. Man darf gespannt sein, was diese starke Nachwuchstruppe in den nächsten Jahren noch von sich hören lassen wird.

Auswendig gespielt


Für den Abschluss hatten Bezirksposaunenchorleiterin Ulrike Kummer, Andrea Riedel, Heinz Schmidt, das Dirigenten-Team aus Karin Müller-Bayer, Annemarie Kohl, Markus Sparrer, Wolfgang Lang, Michael Raab und Anne Müller und die knapp 100 Bläser etwas Besonderes vorbereitet. Sie verteilten sich mit ihren Instrumenten, aber ohne Noten, rund um das Kirchenschiff und spielten den Choralklassiker "Laudate omnes gentes" und zauberten noch einmal eine andächtige und sehr bewegende Stimmung in die Kirche. Richard Riedels einleitende Worte fanden damit eine wunderschöne Entsprechung: "Wir haben zwei Aufgaben: Unsere Jugend- und Nachwuchsarbeit ist uns ein Herzensanliegen. Und Gott loben, das ist unser Amt."
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