Marktrat will bei finanzieller Beteiligung Zufahrt zum Egelseeweiher belassen
Jagdgenossen sollen zahlen

Politik
Kohlberg
30.05.2016
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Auf enormes Zuhörerinteresse stieß die 17 Punkte umfassende Marktratssitzung. Die meisten waren wohl wegen der Zufahrt zum Egelseeweiher und dem damit verbundenen Stück des Radwegs zur Querung der Staatsstraße Amberg-Weiden gekommen. Aber auch die Diskussion um Kindergarten und Krippe barg Zündstoff.

Das Für und Wider der Beibehaltung der Egelseeweiher-Zufahrt nahm knapp eine Stunde in Anspruch. Der Rat hatte im März aus Kostengründen die Auflassung beschlossen. Dagegen sammelte eine Interessengemeinschaft aus den Gründörfern Unterschriften (wir berichteten).

Noch keine Zusage


In der Aprilsitzung wurde die Entscheidung aufgeschoben. Inzwischen führte Bürgermeister Rudolf Götz Gespräche mit Straßenbauamt, Interessengemeinschaft sowie den betroffenen Land- und Forstwirten. Ziel war es, die Mehrkosten, die bei einem Erhalt fällig werden, zu teilen. Sie belaufen sich auf 20 000 bis 30 000 Euro.

"Ich bin der Meinung, wir sollten den Krieg beenden. Unfassbar, was da läuft. Ich schlage daher eine gütliche Einigung vor", eröffnete Götz die Aussprache. Basis für den Kompromiss soll die Beteiligung der Jagdgenossenschaft Hannersgrün sein. Sie soll Rückstellungen für den Wegebau in die Maßnahme einfließen lassen. In den zurückliegenden 20 Jahren investierten die Verpächter mehr als 50 000 Euro in den Wegebau, die gleiche Summe schoss die Gemeinde zu. "Wir haben im Vorstand darüber diskutiert. Momentan kann ich keine Zusage geben", sagte Ernst Lehner als Gast und Vorsitzender der Jagdgenossenschaft.

Polizei hält sich raus


Keinen Einfluss auf Pro und Kontra hatte die Stellungnahme der Polizei. Ihr sind keine Unfälle an der Feldwegkreuzung bekannt. Ohne einen Betrag festzulegen oder eine genau definierte Frist für die Übernahme eines Anteils durch die Jagdgenossenschaft zu setzen, entschied der Marktrat mit 8:4 Stimmen, den Beschluss vom 15. März aufzuheben und die Ausfahrt zumindest vorerst aufrecht zu erhalten. Die Mehrheit geht davon aus, dass eine "entsprechende Zahlung Dritter" geleistet wird. Sollte kein Geld fließen, käme es wieder zur Schließung.

Laut Götz sei die mit dem Straßenbauamt so abgestimmt. Die Befürworter äußerten sich so: "Die Bürger wollen den Radweg. Mit dieser Lösung setzen wir ein eindeutiges Zeichen", sagt Gerhard List (CSU). Ähnlich sieht es Reinhard Ponitz (UPW). Gegen die Entscheidung votierten drei UPW- Räte und Christian Lehner (CSU). Lehner hatte zuvor Zweifel geäußert, ob genügend Pachterträge zu erzielen seien. UPW-Rat Walter Fischer begründete seine ablehnende Haltung so: "Die Summe ist unklar, die Bezahlung ebenso."

Gerd Hiltl wies auf die ursprüngliche Planung hin, bei der die Maßnahme zur Auflösung nicht zur Diskussion stand. Auf die alte Variante verwies auch Hermann Prechtl hin. Die Zusage für 2000 Euro aus Privatschatullen liegt bereits vor, je einen Tausender steuern eine Einzelperson und eine Gruppe junger "Dörferer" bei.

Kirche zahlt für Krippe


Die Diözese Regensburg hat eine Kehrtwende gemacht und bezuschusst den Ausbau einer Krippe in der Kita "Arche Noach". "Der Kompromiss schaut aus wie ein faules Ei, ist er aber nicht", versicherte Rudolf Götz. Denn mit der bereits mündlich vereinbarten Förderzusage ist die Forderung aus Regensburg verbunden, dass die Kommune neben dem Pflichtanteil auch das jährlich auflaufende Betriebsdefizit des Kindergartens künftig zu 100 Prozent übernimmt.

"Wir hatten eine Sonderstellung, bezahlten in der Vergangenheit nur 80, zuletzt 90 Prozent, während alle anderen Gemeinden schon die volle Summe entrichten mussten", sagte der Bürgermeister. "Wir müssen in den sauren Apfel beißen. Alles in Eigenregie zu führen wäre noch teurer für uns." Dank ging in diesem Zusammenhang an das Engagement von Elternbeirat und MdB Albert Rupprecht.
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