Suche Lampe, kaufe Häuschen
Gemeinde Kohlberg krempelt Bushaltestelle in Artesgrün um

Schön ist anders: Das Buswartehäuschen in Artesgrün ist bestimmt kein Schmuckstück. Dank großzügiger Förderung bekommt der Markt Kohlberg wohl bald ein neues, obwohl er das ursprünglich gar nicht wollte. Bild: war
Politik
Kohlberg
01.03.2016
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Dass ein Gemeinderat einen Antrag aus der Bürgerversammlung behandelt ist Routine. Was in Kohlberg zuletzt dabei rauskam, war jedoch höchst verblüffend.

Auch wenn es ein bisschen was von einem Bunker hat: Das Buswartehäuschen in Artesgrün erfüllt seinen Zweck. Die wenig ansehnliche Betonhöhle schützt Schulkinder und andere Buspassagiere vor Regen, Wind und Schnee. Allerdings ist es innen ziemlich duster. Deshalb hatte Hans-Dieter Kick in der Bürgerversammlung im November angeregt, es dort mit einer Lampe etwas freundlicher zu machen.

Der Marktrat will dem nachkommen. Und wie: Statt eine Lampe einzubauen, soll die Betonschachtel verschwinden und durch ein schickes Glashäuschen - samt Beleuchtung - ersetzt werden. Das hat nichts damit zu tun, dass im Rathaus plötzlich der Wohlstand ausgebrochen wäre, versichert Bürgermeister Rudolf Götz.

Er hat nachgerechnet und ist auf zwei Förderprogramme gestoßen. Der Freistaat und der Landkreis übernehmen zusammen 80 Prozent. Macht bei einem knapp 10 000 Euro teuren Bushäuschen 8000 Euro. "Allein eine Leuchte mit Solarmodul kostet 2900 Euro", macht Götz die Rechnung auf. Täte es ein billigeres Modell nicht auch? "Dann müssten wir extra für das Bushäuschen dort Strom hinlegen, das wäre noch teurer", sagt der Rathauschef.

Eine komplett modernisierte Haltestelle ist ihm auch aus einem anderen Grund lieber: "Durch verglaste Seitenwände kann der Busfahrer die Schulkinder sehen. Das ist bei dem Betonhäuschen immer eine Gefahrenquelle." Für den Bau des gemauerten Unterstands in Artesgrün kann Götz nichts. Das Schutzdach entstand vor etwa 30 Jahren.

Vier Jahre Geld vom Kreis


Die Kohlberger profitieren unter anderem von einem Programm, das der Landkreis 2015 für vier Jahre aufgelegt hat. Dabei stellt er jährlich 30 000 Euro für Bushäuschen zur Verfügung, Die Höchstförderung beträgt 30 Prozent. Zwei Drittel erhält der Kreis über die ÖPNV-Förderung wieder zurück. Die übrigen Bushäuschen in seinem Ort sieht Götz als nicht so verbesserungswürdig an. Im Gegensatz zur Artesgrüner Haltestelle stehen sie direkt unter Straßenlaternen.
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