Faschingszug und -rede
Häme liefern

Vermischtes
Kohlberg
09.02.2016
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Der guten Laune tat der leichte Regen keinen Abbruch. Die Gardemädels lächelten und die Jugendlichen feierten mit den jung gebliebenen Erwachsenen. Die Weißenbrunner Kirwaleit schlossen den Zug mit einem Tänzchen ab.

Die Weißenbrunner werteten mit ihrer Teilnahme den Umzug auf und waren auch bei den Arbeiten vorne dabei. "Weißenbrunner Kirwaleit san mir. Statt Diesel trinken wir Bier, fasst VW noch einmal Fuß, nach dem Beschiss mit Abgas-Ruß", nahmen sie das den Autobauers auf's Korn. Die Feuerwehr nahm sich eines wohl etwas hochgespielten Ölunfalls im Ort nachträglich an. "Liegt wohl dran, dass dieses nicht so schlimm sein kann", lautete ihr Fazit.

Ein buntes Bild boten die vier in Altersgruppen gegliederten Garden vor dem Prinzenwagen von Monika I., Uwe I., Emely I. und Felix I. Die Regenten überraschten mit einem völlig neuen fahrbaren Untersatz. Statt in Cabrios hatte die Faschingsgesellschaft ein Podest für das Quartett auf einem Traktor eingerichtet.

Ein Novum gab es bei der Faschingsrede am Rathausportal. Erstmals trat statt des Marktoberhaupts Rudolf Götz dessen Stellvertreter Gerhard List ans Mikrofon. "Der Rudi kam jüngst zu mir her, er täte sich mit dem Lesen schwer, und fragte, nein hat befohlen, ich soll mir die Häme abholen." In Reimen thematisierte er die unvollendete Fahrradtrasse zwischen Kohlberg und Etzenricht. "Der Radlweg, der wiegt schwer, die Bauern gebn koin Grund niad her. Die Frau vom Landratsamt sagt, das kann man so nicht machen, weger den paar Frösch tat Rudi lachen. Der ging zum Landrat voller Zorn, jetzt is des Wegerl gänzlich g'storbn." "Über Windräder wurd auch diskutiert, eine BI hat sich gleich formiert", leitete List einen weiteren brisanten Punkt ein. Der Vers mündete in die Erkenntnis: "Schaffen tun wir's bloß midnand".

"Die Schulhausfrage auch stagniert, es wird nix g'macht nur diskutiert", monierte der Redner, lieferte mit "Abriss, Neubau, Asylanten, verkauf'n an Spekulanten" Möglichkeiten nach. Der Verzug beim Bau der Treppenanlage am Fuchsberg kam auch zur Sprache: "Die Treppe vom Marktplatz in d' Froschau, wurd' auch zu einem Supergau, mim Abriss woans a bisserl z'schnell, beim Aufbau war dann niemand zur Stell'." List wollte sich nicht mit fremden Federn schmücken, lüftete das Geheimnis um den Ghostwriter: "Lucky hat das gern erledigt, er ist fit durch die Fastenpredigt."

Als vorausschauend erwies sich eine weitere Premiere. Vereinsgemeinschaft und Faschingsgesellschaft hatten sich schon vor Wochen dafür entschieden ein Zelt vor Rathausvorplatz aufzubauen und dort auch den Fasching einzugraben.
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