Kaiser besucht Kohlberg
Neue Infotafel zur Goldenen Straße enthüllt

Bei so viel kaiserlichem Aufmarsch tritt das eigentliche Projekt, die Infotafel über die Goldene Straße an der Mauer des Gemeindehauses glatt in den Hintergrund. Beteiligt waren im Vorfeld (von links) Monika Schedl, Johann Müller, Gertraud Landgraf und Vanessa Bahr. Hauptinitiator der Aktion war Bernd Bauer (rechts daneben). Die Geleitmannschaft passte gut auf die Hobby-Historiker auf. Bild: jml
Vermischtes
Kohlberg
21.07.2016
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In den Aufbauarbeiten für das Bürgerfest ging der Besuch von Kaiser Karl IV. mit Kaiserin Anna am evangelischen Gemeindehaus nahezu unbemerkt vonstatten. Anlass war die Enthüllung einer Gedenktafel zur Goldenen Straße.

Der Geburtstag des Kaisers jährt sich dieses Jahr zum 700. Mal. Laienspieler der "Kohlberger Räuber" mit OWV-Vorsitzendem Markus Müller, der den Kaiser mimte, sowie Sabine Hengl als Kaiserin und vier Lanzenträger der Geleitmannschaft bildeten den historischen Rahmen für die Tafel-Enthüllung.

Zwei Jahre lang hatten sich Bauer und Rainer Christoph, der Vorsitzende des Fördervereins Goldene Straße, für diese Infotafel eingesetzt. Für seine Initiative wurde Bauer von Kaiser Karl jetzt zum "Obristen der Gelaitter" ernannt. Monika Schedl und Johann Müller formulierten aus historischen Unterlagen den deutschen Text.

Englisch und tschechisch


Peter Müller und Vanessa Bahr steuerten die ausführliche englische Übersetzung bei. Ida Petioka vom Bärnauer Geschichtspark verfasste die tschechische Version. Schedl zeichnet auch für die grafische Gestaltung der von privaten Sponsoren finanzierten Infotafel verantwortlich. "Gott sei Dank konnten alle technischen und juristischen Schwierigkeiten überwunden werden. Dank auch an die Nachfahren des Nürnberger Historikers Fritz Schnelbögl. Er hat die abgebildete Karte in den 1970er Jahren gezeichnet. Wir durften sie problemlos verwenden", informierte sie. "Dieser Teil unserer Ortsgeschichte ist für Einheimische und Gäste gleichermaßen interessant", lobte Bürgermeister Rudolf Götz Bernd Bauer. Der Geleitwechselpunkt in Kohlberg ist im Böhmischen Salbüchlein von 1366/1368 historisch belegt.

Als Rastplatz der Wagenzüge war er lange Zeit von enormer wirtschaftlicher Bedeutung. Und er lieferte Extra-Einnahmen für Bevölkerung und Markt durch die Geleitgebühren bis nach Altenstadt. Für Bauer ist der Platz an der Wand des evangelischen Gemeindehauses die richtige Wahl, denn gleich nebenan hängt die Gedenktafel für den tschechischen Reformator Jan Hus, der 1414 auf seinem Weg zum Konzil nach Konstanz auch durch Kohlberg reiste.

Das Gebäude diente Jahrhunderte lang als evangelisches Schulhaus. Kaiser Karl IV. förderte in seiner Regierungszeit stark die Bildung der Untertanen. So gründete er 1348 in Prag die später nach ihm benannte Universität.
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