Kindern spielerisch Religion vermitteln
Helles Licht überm tiefen Tal

Zweimal im Monat treffen sich meist zwischen 12 bis 15 Mädchen und Buben im Gemeindehaus zum evangelischen Kindergottesdienst. Es gab auch schon Tage mit bis zu 40 Besuchern. Bilder: war (2)
Vermischtes
Kohlberg
21.05.2016
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Sowohl die 1- bis 14-Jährigen als auch das siebenköpfige Team sind mit Begeisterung bei der Sache. Die Balance zwischen spielerischen und religiösen Elementen passt.

"Wir wollen den Kindern das Gefühl vermitteln, dass Gott an ihrer Seite ist, mit ihnen durch tiefe Täler und durch helles Licht geht", sagt Sabine Hiltl, die mit Heidi Riedel das junge und engagierte Kindergottesdienstteam mehr inspiriert als führt. Die beiden Religionspädagoginnen wollen den Mädchen und Buben Orientierung fürs Leben bieten. Stets im Blick haben sie den Kirchenjahreskreis.

"Sie sollen eine eigene Identität und Selbstbewusstsein gewinnen, und dies auch anderen Religionen gegenüber darstellen können", erklärt Riedel. Seit 30 Jahren ist sie dabei. Sie hat den nahtlosen Übergang vom Kindergottesdienstkind zur -helferin genauso vollzogen, wie die ganze Betreuerinnen-Crew. "Was man selbst Positives mitgenommen hat, gibt man gerne weiter. Die Werte, die aus der Bibel geschöpft werden können, sind Werte, die unsere Gesellschaft braucht", bestätigt Hiltl, die auch in ihrer Heimatgemeinde Thansüß gute Erfahrungen machte.

Reale Welt


Die Jüngeren aus dem Team, die sich als ehemalige Kigokids nach der Konfirmation trotz schulischer Pflichten, Ausbildung oder Beruf als ehrenamtliche Helfer engagieren, stimmen ein. "Schöne eigene Erfahrungen, Spaß an den Treffen haben, den Bezug zur Kirchen nicht verlieren", sieht Johanna Häring als Motivation. "Es geht sehr gut auch ohne", weiß Mareike Hagler, (fünf Jahre an Bord des Kigo-Schiffes), wenn es heißt, die Zeit für die Kinder ohne Technik, ohne Handy oder Laptop zu gestalten.

Kleine Kinder seien sehr offen im Umgang mit Gott, beobachten die Mitarbeiterinnen. Eine Beziehung zu Jesus, zum Glauben zu gewinnen, wird abseits von Ritualen möglich. "Ein Samen wird eingepflanzt, der vielleicht nicht gleich, aber irgendwann doch aufgeht", sagt Hiltl.

Die Eltern dürfen als Begleiter kommen. Die Tendenz steigt. "Mich hat es besonders gefreut, dass meine beiden Kinder bei der Taufe vom Kindergottesdienstteam begrüßt wurden", strahlt Ingrid König. Pfarrer Martin Valeske überlässt dem Kigo-Team Freiräume, unterstützt aber auch Projekte wie "Abenteuer Kirche" durch Moderation und Inhaltsblöcke. Er zeigt dem Nachwuchs den Glockenturm, spielt auf der Orgel und informiert als Hausherr über das Gotteshaus.

Kinderkirchentag und das Naturerlebnis mit Picknick als Saisonabschlusswanderung zeigen die Facetten des Programmes der evangelischen Gemeinde für Kinder. "Wir brauchen keine Riesenevents. Gemeinsame Erlebnisse in der Natur reflektieren die Schützlinge mit Freude. Völlig entspannt finden sie sich dabei in Gemeinschaft inmitten von Gottes Schöpfung", sind sich die Teamerinnen einig.

Kleine Handwerker


Sonderwünsche respektieren sie. Fakt ist, dass Buben nicht immer malen oder mit Papier basteln wollen. Bei den Bastelaktionen gibt es auch eine Bubenstation: Schnitzen mit Holz oder Handwerken lautet die Vorgabe. "Es gab schon Tränen, als das Basteln ausfiel", erinnert sich Heidi Riedel. Die Eltern schätzen es, wenn ihre Sprösslinge Weihnachts- oder Ostergeschenke selbst basteln. Höhepunkt im Jahreskalender ist das Krippenspiel. Schon zweimal wurde es als Musical inszeniert."So können die Kinder in der Gemeinde ein Zuhause finden", freut sich Valeske.

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Im Vorfeld der evangelischen Landestagung "Kirche mit Kindern" vom 10. bis 12. Juni beleuchtet "Der neue Tag" die Vielfalt der Angebote für den Nachwuchs im Dekanat.

Team und TermineIn der Regel zwei bis drei Mal im Monat gibt es sonntags um 9.45 Uhr in der evangelischen Gemeinde einen Kindergottesdienst. Besondere Aktionen wie Oster- oder Weihnachtsbasteln werden samstags im Gemeindehaus abgehalten. Eingeladen sind Kinder aller Konfessionen bis 14 Jahren. Jüngere dürfen in Begleitung der Eltern kommen.

Heidi Riedel, Sabine Hiltl, Johanna Häring, Mareike Hagler, Susanne Fischer, Catherina Merkel und Jenny Metka bilden das Kigoteam. Interessenten dürfen jederzeit mitmachen. (war)


KinderstimmenPerfekt vorbereitet stellen sich die Kohlberger Kinder der Frage, warum sie zum Kindergottesdienst kommen und was ihnen dort am besten gefällt. Ausgerüstet mit einem Fotoapparat und einer Mikrofon-Attrappe spielten sie vor dem vereinbarten Pressetermin schon ihre Rolle als Interview-Partner durch. Ihre Antworten kamen perfekt und sofort.

Norah: "Ich bin zum zweiten Mal dabei, das hilft mir im Religionsunterricht weiter und macht Freude. Meine Mama sagt, dass ich da was lernen kann. Hier fühle ich mich wohl."

Franz: "Meine Patin hat mich eingeladen und ich höre hier so schöne Sachen von Jesus. Außerdem werden hier so schöne Spiele gespielt."

Julia: "Das Thema ist das gleiche wie in der Kirche mit dem Unterschied, dass ich nicht so lange hocken muss. Es ist abwechslungsreich und tut mir für die Konfirmation nächstes Jahr gut."

Kristina: "Meine Mama macht das schon lange und hat mich regelmäßig mitgenommen, als ich noch ganz klein war. Am schönsten waren die Krippenspiele, vor allem unser Musical. Ich hätte wirklich etwas verpasst, wenn meine Eltern mich nicht geschickt hätten."

Paula: "Meine Freunde habe ich auch schon mitgenommen und es hat allen gut gefallen. Es ist einfach schön hier. Am tollsten war, als ich beim Krippenspiel das rappende Schaf oder den Engel spielen durfte."

Nadine: "Ich finde prima, dass alle Kinder kommen können."

Auch die weiteren Antworten zeigten, dass die Kinder die in Kohlberg groß geschriebene Ökumene achten. Mit dem Ausdruck "alle Kinder" meinten sie auch ihre katholischen Mitschüler, Freunde und Freundinnen. Die Abwechslung zwischen Bibel und Spielen bezeichneten sie als wichtigen Grund zu kommen. "Sie geben uns das Gefühl, dass sie uns verstehen", lautete ein Lob an das Vorbereitungsteam. (war)
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