Klassentreffen der Jahrgänge 1939 bis 1945
Ausbüchsen vor dem Tatzenstock

Sie wurden in den Nachkriegsjahren 1945 bis 1951 in Kohlberg eingeschult und trafen sich wieder, um mit Pfarrer i. R. Andreas Schlagenhaufer (rechts) einen Gottesdienst in der Herz-Jesu-Kirche zu feiern. Bild: war
Vermischtes
Kohlberg
28.06.2016
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Die Jahre 1939 bis 1945 stehen für die grausame Zeit des Zweiten Weltkriegs. In Kohlberg kommen erstmals ehemalige Schüler zusammen, die genau in diesem Zeitraum das Licht der Welt erblickten.

Auf vielfache Anregung hin trafen sich erstmals sieben Jahrgänge zu einem gemeinsamen Klassentreffen in der Marktgemeinde. Die Spanne reichte von den Geburtsjahren 1939 bis 1945. Die Konstellation war neu, zuvor hatten sich ausschließlich kleinere Gruppierungen getroffen. Entsprechend groß war die Anzahl der Teilnehmer, die die Organisatoren Karl Prösl und Hilde Roith begrüßten.

Viele Vorteile


Die weitesten Anfahrten starteten in Geretsried, Straubing oder Eichstätt. Die Tatsache, dass Alters- oder Klassenunterschiede zwischen den sieben Jahrgangsstufen inzwischen als unbedeutend gesehen werden, und organisatorische Vorteile sprachen für eine Zusammenlegung.

Zu Beginn fand ein feierlicher Gottesdienst in der katholischen Herz-Jesu-Kirche statt, den Pfarrer i. R. Andreas Schlagenhaufer, selbst Jahrgang 1941, gestaltete. Eine besondere musikalische Note steuerte Josef Richter, Leitender Schulamtsdirektor a.D., mit seinem versierten Orgelspiel bei. Zum Mittagessen ging es in den Gasthof "Weißer Schwan". Dort trafen sich die ehemaligen Schulfreunde, sie wurden 1945 bis 1951 eingeschult, auch am Nachmittag zum Kaffeetrinken. Im Gasthaus waren Schautafeln mit Klassen- und zeitgenössischen Ortsbildern zu bewundern. Dazwischen inspizierten die Teilnehmer die Gemeinde. In den Ortsspaziergang waren beide Friedhöfe eingebunden. Dort gedachte die Gruppe ihren bereits verstorbenen Klassenkameraden.

Was vielen ehemaligen Schülern in Erinnerung blieb, waren die damals üblichen Bestrafungen mit dem Tatzenstock. Die damaligen Lehrer und auch Pfarrer machten reichlich davon Gebrauch, verschonten auch die Mädchen nicht. Einzige Rettungsmöglichkeit war das Ausbüxen über das offene Fenster. Erstaunen und leichte Irritation, aber auch Schmunzeln rief eine Information aus den im Gemeindearchiv hinterlegten Schriften aus der Nachkriegszeit hervor, dass die damalige erste Klasse am Ende des Schuljahres 1945/46 im Fach "Deutsch mündlich" mit der Note 5 abgestraft wurde. Da alle anderen Zensuren, auch die in den Folgejahren, überwiegend besser ausfielen, liegt die Vermutung nahe, dass zu viel oder gar ausschließlich in Mundart gesprochen wurde.
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