Mieter statt Abrissbirne für Pfarrhof

Die moderne Fassade des Gemeindehauses und der alte Pfarrhof, der sich in der Glasfront spiegelt: Der Kirchenverwaltung war es wichtig, den seit über drei Jahren verwaisten Pfarrhof zu erhalten und vor der Abrissbirne zu schützen. Der Wunsch wird wahr. Im April ziehen neue Mieter ein. Bild: war
Vermischtes
Kohlberg
11.03.2016
37
0

Die abgelehnte Kinderkrippe, neue Mieter im Pfarrhof und ein Haufen Sanierungen beschäftigten die Pfarrversammlung. Dabei ging es manchmal ziemlich kontrovers zu.

Zu den Brennpunkten im Markt musste Kirchenpfleger Leonhard Steinsdörfer allein Stellung nehmen. Pfarrer Adam Nieciecki war auf Kur und Pfarrvikar Jesu Jeyapal Savariyappan bei einer Parallelveranstaltung in Weiherhammer. "Das mit den Terminen in der Pfarreien-Gemeinschaft klappt ab und zu nicht so gut, es gibt da noch Redebedarf", stellte Steinsdörfer fest und machte sich allein an den Rechenschaftsbericht.

Keine Krippe


Projekt eins war die Sanierung des Friedhofs. Bäume entfernen, Sträucher und Bäume pflanzen, Gehwege neu gestalten, Betonpflaster rückbauen, Sand und Splitt aufbringen war angesagt. 22 000 Euro hat das gekostet. Alles konnte aus den Gebührenrücklagen finanziert werden. "Wir haben hier sehr viel Lob bekommen, aber auch harsche Kritik einstecken müssen", sagte Steinsdörfer.

Das im Vorjahr eingeweihte Pfarrheim sei vollständig abgerechnet und kostete 496 000 Euro. 190 000 Euro betrug der Zuschuss der Diözese, 10 000 Euro die Förderung der Marktgemeinde, 15 000 Euro steuerte das ALE bei, 3000 Euro gingen an Spenden ein. Aus der Kirchenkasse wurden somit 278 000 Euro fällig. Arbeiter reparierten das Dach des Kindergartens, isolierten und verputzten die Fassade teilweise neu und montierten drei Brandschutztüren. Dafür mussten 91 000 Euro bezahlt werden.

Anfang 2015 sei klar gewesen, dass Bedarf für die Aufnahme von Kindern ab zwei Jahren bestehe und eine Kinderkrippe gewünscht werde. Ein Antrag der Gemeinde wurde im April an die Diözese weitergeleitet, Ende August hatte die Bischöfliche Finanzkammer alle Unterlagen vorliegen. "Dass die Antwort allerdings erst am 19. Januar 2016 vorlag, war für uns nicht nachvollziehbar", äußerte sich Steindörfer zur Frist. Enttäuschend war auch die Aussage: "Der Anbau einer Kinderkrippe an den bestehenden zweigruppigen Kindergarten wird abgelehnt."

Das Nein aus Regensburg basiert auf der Tatsache, dass es in der Pfarreien-Gemeinschaft Weiherhammer, Kohlberg, Kaltenbrunn neun Gruppen gibt. Möglich wären nur acht, die in Einzelfällen zur Diskussion stehende neunte sei bereits ausgeschöpft. Dieses Zahlenspiel werde mit Aus- oder Überlastung des Pfarrers begründet. "Wir haben gegen den Bescheid Widerspruch eingelegt", berichtete Steinsdörfer.

Er sehe schon eine Entlastung des Pfarrers als gegeben an, denn in Weiherhammer werde der Kindergarten durch einen Geschäftsführungsvertrag von der Caritas gemanagt, in Kaltenbrunn und Kohlberg übernehme diese Aufgabe die Kirchenverwaltung ehrenamtlich. Mögliche Alternativen seien: Die Gemeinde baut selbst ein Gebäude oder stellt eines bereit für die Krippe, stellt Personal ein oder übernimmt den Kindergarten ganz, um einen Anbau umzusetzen. "Das will die Gemeinde nicht und wir auch nicht", so der Zusatz. Positiv sei jedoch, dass die bestehende Kleinkindgruppe auch im nächsten Jahr betrieben werden darf.

Pfarrhof erhalten


Laut Beschluss von September 2015 bekräftigte die Kirchenverwaltung, den Pfarrhof nicht zu verkaufen und auch nicht abzureißen, sondern zu vermieten. Trotz Bedenken erteilte die Bischöfliche Finanzkammer die Erlaubnis zum Vermieten. Inzwischen wurde renoviert und entrümpelt. Böden sind teils erneuert und alle Räume neu gestrichen, so dass einem Einzug einer Familie am 1. April nichts mehr im Wege stehen wird. Kopfzerbrechen verursachte das Archiv. Der ehemalige Bürgermeister Karl Prösl hat die Dokumente gesäubert und grob sortiert. Jüngere Schriften, ab 1950, sind in Archivboxen verstaut.

Zum Ausblick äußerte sich Steinsdöfer so: "Der Kirchturm und das Dach über dem Altarraum schreien förmlich nach einer Sanierung." Das halbrunde Dach des Altarraums gilt als marode, ebenso die Überdachung der Sakristei. Der Kamin sei in schlechtem Zustand, der anschließende Giebel abgewittert. Eine Aufgabe für die nächsten zwei oder drei Jahre stehe damit auf der Agenda. Die Röthenbacher Bürger wollen die dortige Waldkapelle, die womöglich in den Denkmalschutz aufgenommen werden könnte, nutzen. Einige Frauen kümmern sich um das Bauwerk und der derzeitige Besitzer, schätzte Steinsdörfer, will das Gebäude und die Fläche verkaufen. Da die Kirchenstiftung allerdings keine Möglichkeit für einen Erwerb sieht, müsste ein Verein gegründet werden.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.