Mit Wildblumen Insekten helfen
Blühender Straßengraben

Fleißige Helfer unterstützen Manfred Häring (rechts) bei der Pflanzaktion am Ortseingang von Hannersgrün. Mit dabei waren auch Bürgermeister Rudolf Götz, Karin Bertl und Adolf Küblböck vom LBV. Häring freute sich besonders über die Mädchen und Buben aus dem Dorf, die ebenfalls kräftig mit anpackten. Bild: war
Vermischtes
Kohlberg
26.04.2016
51
0

Manfred Häring und der LBV haben sich den Erhalt und die Verbesserung der Umwelt für eine nachhaltige Verbesserung der Artenvielfalt auf die Fahne geschrieben. Der erste Schritt erfolgte am Straßenrand.

Hannersgrün. Blumenwiesen ersetzen auf einer 500 Quadratmeter großen Fläche am Ortsrand von Hannersgrün das bisher dort zwei Mal jährlich übliche Mulchen. Der Seitenstreifen an der Gemeindeverbindungsstraße erhält eine sinnvolle ökologische Aufgabe. Den Antrag reichte Häring bei der Bürgerversammlung ein. "Das 'Beblumen' einer öffentlichen Fläche wird nun realisiert", freute sich der "Dörferrer".

30 Personen, darunter zahlreiche Kinder halfen bei der Ansaat. "Nach dem Vertragsabschluss mit der Gemeinde darf ich für die nächsten Jahre das Terrain mit Wildblumensamen begrünen", beschreibt Häring, der auch aktiv an den Pflanzaktionen des Landesbundes für Vogelschutz (LBV) am Klingenbachtal aktiv mitwirkte, seine Agenda.

Vielleicht sind diese 500 Quadratmeter auch nur der Anfang, werden als Pilotprojekt für Gleichgesinnte Wirkung zeigen, hofft er. Das Potenzial wäre groß. Alleine der Markt Kohlberg verfügt über 10 Hektar Wegränder und Feldraine die für einen ähnlichen Zweck geeignet wären.

Die Umgestaltung brachliegender öffentlicher oder privater Bereiche in blühende Landschaften solle der stetigen Intensivierung der Landwirtschaft und einer schleichenden Verarmung der Landschaft entgegenwirken. Außerdem bekämen Insekten bessere Überlebenschancen, die Bestäubung von Wild- aber auch von Kulturpflanzen werde verbessert und abgesichert. Mit der Aktion wollen Häring und der LBV auch auf die Notlage von Bienen, Hummeln und anderen Insekten aufmerksam machen.

Das Saatgut stamme von einer Firma, die sich auf Samen und Pflanzen gebietseigener Wildblumen und Wildgräser spezialisiert habe. Benötigt werden nur ein bis zwei Gramm pro Quadratmeter. Bei der Sammelbestellung hängte sich der Landesbund an und beschaffte 10 Kilogramm Samen. Auf Dünger wird vollständig verzichtet. Die Mischung, die in Hannersgrün verwendet wurde, umfasst mehr als 30 Wildblumenarten. Dabei sind zum Beispiel Kornblume, wilde Malve, oder Rainfarn. 40 Prozent macht der Anteil der Blumen aus, 60 Prozent der von Kulturpflanzen. Die Auswahl von über einem Dutzend Arten reicht von der Sonnenblume bis zur Winterzwiebel.

"Es gibt Leute, die belächeln mich bei dieser Aktion und andere, die sagen, endlich packt jemand in dieser Richtung an", hat Häring erfahren. Die Gemeinde, die Grundstückseigentümer und Pächter der angrenzenden Flächen spielen mit. "Für das Einverständnis bedanke ich mich", sagte der Initiator zu Bürgermeister Rudolf Götz.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.