Neue Trasse muss her
Biotop blockiert Radwegbau

Die Büsche (links) entlang des Baches markieren das Gebiet, durch das der Radweg auf keinen Fall gebaut werden darf. Die Fläche ist seit 1987 nicht mehr bewirtschaftet worden und gilt somit als Biotop. Bild: war
Vermischtes
Kohlberg
18.12.2015
36
0

Wo soll das letzte Stück des Radwegs von Etzenricht nach Kohlberg verlaufen? Diese Frage konnte Bürgermeister Rudolf Götz nicht genau beantworten. Klar ist nur, dass die geplante Trasse nicht infrage kommt.

"Die Verhandlungen für Ausweichmöglichkeiten laufen, mehr kann ich dazu nicht sagen", äußerte sich der Rathauschef zur Fertigstellung des letzten Teilstücks. Eigentlich sollte der Weg am Eichelbach vorbeiführen, doch mit dieser Variante kann sich die Unteren Naturschutzbehörde nicht anfreunden. Landrat Andreas Meier habe ein Grundstück auf der anderen Seite mit Abstand zum Bachlauf vorgeschlagen. Dieser Meinung ist auch das Wasserwirtschaftsamt.

Brach seit 1987


Walter Fischer (UPW) wollte wissen, welche Kriterien zur Ausweisung der Fläche als Biotop geführt hätte. "Es gibt keine besonderen Merkmale", erklärte Götz. Die Tatsache, dass der Grund seit 1987 nicht mehr bewirtschaftet worden sei, sei Grund genug. Gerd Hiltl (UPW) schlug vor, angrenzende Flächen zum Tausch anzubieten und ging von der Bereitschaft der Grundbesitzer für einen Deal aus. Chancen räumte Götz diesem Vorschlag nicht ein. Dass die Fläche ein Biotop ist, wurde erst durch den Radwegbau deutlich. Nun soll ein Plan erstellt werden, auf dem alle Biotope markiert sind. Mit dieser Karte befasst sich der Marktrat in einer der nächsten Sitzungen.

Gleiches gilt für eine Aktennotiz von VG-Geschäftsleiter Claus Hellbach zu den Möglichkeiten für die Gemeinde zur Steuerung von Windkraftanlagen im Außenbereich. Die Stellungnahme befasst sich in erster Linie mit der Veränderungssperre, die auch in der Bürgerversammlung im November angesprochen worden war. "Kohlberg fällt hier raus. Wir haben keine Möglichkeit, in den Genuss von Förderungen aus dem Kommunalinvestitionsprogramm (KIP) zu kommen. Wir haben dafür zu sparsam gewirtschaftet", sagte der Bürgermeister. 58 Millionen Euro stehen nach einer Mitteilung des Bezirks für die Oberpfalz zur Verfügung.


Warten auf Förderzusage


Laut Kämmerer Günther Hirmer betrug die durchschnittliche Finanzkraft des Marktes je Einwohner 398 Euro, hätte aber für die Antragsberechtigung darunter liegen müssen. Ferner hätte Kohlberg 2014 und 2015 keine Stabilisierungshilfen bekommen. Auch der Saldo der freien Finanzspannen habe in den zurückliegenden drei Jahren kein negatives Ergebnis aufgewiesen. Adrian Blödt (CSU) bezweifelte das Statement der VG und bat um nochmalige Prüfung.

Auf Rückfrage von Hermann Prechtl (UPW) zum aktuellen Stand des Erweiterungsbaus des Kindergartens für neue Krippenplätzen verwies Bürgermeister Götz auf die noch ausstehende Förderzusage der Diözese Regensburg. "Nach Informationen der Kirchenverwaltung soll diese noch bis zum Jahresende kommen". Womöglich würde sich die Zusammenlegung der katholischen Pfarrereien Weiherhammer, Kaltenbrunn und Kohlberg hier auswirken. Die Diözese betrachte die drei Kindergärten als eine geschlossene Einheit. "Man denkt dort, wir machen das selbst, und man erspart sich das Geld", schilderte zweiter Bürgermeister Gerhard List (CSU) seinen Eindruck. Immerhin geht es um ein Drittel der Bausumme.

Gefahr durch Biberbau


Wilde Müllablagerungen werden weiter verfolgt. Nach neuesten Erkenntnissen stammt der Unrat nicht aus deutschen, sondern aus Haushalten von US-Amerikanern. Auf schlechte Straßenmarkierungen wies Lothar Pöll (SPD) hin. Durch einen Biberbau sieht Mehmet Begen (SPD) die Durchgangsstraße in Röthenbach in Gefahr. Überschwemmungen drohen an der aufgestauten Bachstelle. List monierte Straßenschäden beim "Viertelhof" und an der Mühle.

Bauanträge genehmigtGrünes Licht erteilte der Gemeinderat dem Vorhaben von Manfred Gäbelein. Er möchte in der Artesgrüner Straße auf Flurstück 207 eine Garage und ein Carport bauen. Das Gremium stimmt den Abweichungen vom Bebauungsplan mit 13:0 zu. Gegen das abgeänderte Planungsvorhaben der Nachbargemeinde Luhe-Wildenau für das Gewerbegebiet "Obere Tratt" bestanden keine Einwände (13:0). In Abstimmung mit dem Gremium wird Anfang 2016 eine Waldbegehung mit Försterin Andrea Sauer angesetzt. Erklärte Ziele sind, dem Marktgemeinderat einen Überblick zu verschaffen und Maßnahmen zur Pflege und Nutzung anzustoßen. (war)
Weitere Beiträge zu den Themen: Radwege (44)Bürgermeister Rudolf Götz (4)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.