Sitzung des Marktgemeinderates Kohlberg
Kanal-Sanierung nötig

Im Frühjahr beginnt bei der Dorferneuerung der Bauabschnitt "Fuchsberg". Da hier Kanal-Mängel festgestellt wurden, kommt das Netz vor Baustart noch einmal genau auf den Prüfstand. Bild: war
Vermischtes
Kohlberg
26.01.2016
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Ein Viertel des Kohlberger Kanalnetzes ist dringend sanierungsbedürftig. Das ergab eine Kamera-Befahrung der Abwasserleitungen. Der Markt will deshalb kräftig investieren.

Die Präsentation und Diskussion über den Zustand des Kanalnetzes dominierte die Marktratssitzung. Langfristig steht eine Investition von 863 000 Euro ins Haus. "Wir wissen, was wir in den nächsten Jahren zu tun haben und welche Mittel wir einsetzen", sagte Bürgermeister Rudolf Götz .

Eingangs stellte Experte Michael Wagner vom Ingenieurbüro Schultes aus Grafenwöhr den Ist-Zustand vor. Aus den Resultaten der Video-Befahrung der Abwasserleitungen und der dabei festgestellten Schäden wird ein Sanierungskonzept erstellt. Als Schäden kamen Wurzeleinwuchs, quer durch die Rohre verlegte Leitungen anderer Art, marode Stein- und Betonrohre, versetzte Anschlussstücke und nachträglich mit Bohrern von oben durchlöcherte Elemente zum Vorschein.

Das Ergebnis gliedert sich in fünf Gruppen: 1 Bestzustand, 2 langfristig, 3 mittelfristig, 4 kurzfristig und 5 umgehend reparaturbedürftig. Rund 25 Prozent des Bestandes fallen unter die Beurteilung 4 und 5. Etwa die Hälfte des Netzes gilt als schadensfrei. "Mit der zuständigen Fachbehörde, dem Wasserwirtschaftamt, der Verwaltung und dem Planungsbüro gilt es, eine Strategie zu entwickeln", schlug Wagner vor.

Auf Anregung von Martina Auer-Bertelshofer (CSU) wird mit Blick auf die neu zu erstellende Treppenanlage "Fuchsberg" die dortige Leitung vorab überprüft. Der Rat war sich einig, die Kanalsanierung mit den nächsten Abschnitten der Dorferneuerung zu kombinieren.

Elf Gegenstimmen


Eine große Mehrheit votierte gegen eine Beteiligung am grenzüberschreitenden Kooperationsprojekt "Landesausstellung Kaiser Karl IV/Goldene Straße". Zwei Pakete schnürte der Verein Via Carolina. Wahlweise für 2500 oder 5000 Euro. Dazu zählten Flyer, Tafeln am Ortseingang oder eine Wanderausstellung. Für das Mitwirken sprachen sich nur Reinhard Ponitz (UPW) und der Bürgermeister aus. "Dieser Betrag ist es definitiv nicht wert", argumentierte Adrian Blödt (CSU). Norbert Merkel (CSU) plädierte dafür, die Mittel für direkt den Ort betreffende kulturelle Projekte wie das "Klingenbachtal" oder die "Beer-Walbrunn-Tage" einzusetzen. "Das ist keine langfristige Sache", begründete Walter Fischer (UPW) seine ablehnende Einstellung.

Auf dem Programm standen Anträge, die während der Bürgerversammlungen eingereicht worden waren. So erhält Manfred Häring aus Hannersgrün grünes Licht für die umweltbewusste Pflege einer Straßenböschung in der Nähe des "Dreiländerecks". Vorgegeben ist, keine Sträucher oder Bäume wachsen zu lassen. Vor dem Start ist der an den Graben anrainende Grundbesitzer zu informieren. Der Pächter erklärte sich vorab schon einverstanden. "Vielleicht finden sich Nachahmer", begrüßte der Bürgermeister die Initiative. Auf Antrag von Roland Ertl wird im Untersteinbacher Weg eine Wasserrinne eingebaut. Davor werden Erdarbeiten am Gelände vorgenommen. Ob das Buswartehäuschen in Artesgrün eine Beleuchtung bekommt, wird in der nächsten öffentlichen Sitzung entschieden. Götz favorisiert eine Solarleuchte.

Geringer als gedacht


Die Wasserabgabesatzung wurde in einer Passage aktualisiert, die das Betretungsrecht der Gemeinde beispielsweise für das Ablesen von Wasserzählern, die Nachschau oder Prüfung rechtlich sicherer als zuvor regelt. Den Markträten wurden Ortspläne vorgelegt, auf denen alle Biotopflächen farbig markiert sind. Wegen Informationsdefiziten wird diese Karte zur Einsichtnahme im Rathaus ausgehängt. Eine vom Winterdienst verursachte Ölspur war nach Feststellung des Bürgermeisters "geringfügiger als zunächst angenommen". Das ortseigene Geschwindigkeitsmessgerät wurde "im Meister" aufgestellt. Da es auch das Tempo in der Weidener Straße erfasste, wird es in Richtung Siedlungsgebiet versetzt.

Laut Telekom wird der Funkmast auf Höhe des Friedhofs in Kürze freigeschaltet. "Das Mobilfunknetz sollte rasch besser werden", kommentierte Götz. Er will einer Empfehlung nachkommen, in das Projekt Breitbandausbau auch Einzelhöfe und -häuser mit einbeziehen. So soll die aktuelle Förderung genutzt werden.

Schüler kommen zu spät in die SchuleAuf einen Missstand bei der Schülerbeförderung der Bahn von Röthenbach nach Weiden wies Mehmet Begen (SPD) hin. "Seit Dezember kommen die Schüler, die Weidner Schulen besuchen, 20 Minuten zu spät zum Unterricht", monierte er. Auf Anraten von Martina Auer-Bertelshofer wird sich die Gemeinde darum bemühen, den zurzeit von Weiherhammer nach Weiden eingesetzten Bus vorab in Röthenbach halten zu lassen. Hermann Prechtl (UPW) bat darum, bei der nächsten Prüfaktion für Elektrogeräte auch den Bestand der Feuerwehr einzubeziehen. Auer-Bertelshofer gab die Empfehlung, ein Formular auszugeben, in dem Bürger Straßen- oder andere Schäden festhalten und melden können. Als Muster könne ein Meldezettel dienen, der in Weiherhammer verwendet wird. (war)
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