Starkbierfest in Kohlberg
Im Rede-Rausch

Als "Aloisius II" teilte Thomas Fellner, Schatzmeister der Feuerwehr, beim Starkbierfest aus. Zielscheibe waren Leute und Nachbarorte. Bild: war
Vermischtes
Kohlberg
18.03.2016
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Starke Sprüche und starkes Bier und gab es beim Fest der Feuerwehr. Mit seinem Debüt setzte "Aloisius II" noch einen drauf: Mit den in Reimen verfassten Botschaften sprach er viele Problemzonen an und nahm Personen ins Visier.

Der Schatzmeister der Feuerwehr, Thomas Fellner, zog seine Premiere am Rednerpult mutig durch. In Reimen nahm er mit "Ein Kohlberger im Starkbierhimmel" Personen, Gruppen und Nachbarorte aufs Korn. Redenschreiberin Carmen Prechtl hatte ganze Arbeit geleistet.

Das erste und zweite Kapitel widmete der "Fastenprediger" Gemeindeoberhaupt Rudolf Götz. "Ja, ja, Rudi, du gründetest einen Arbeitskreis, weil du selber nicht mehr weiter weißt", musste sich Götz zum Dauerbrenner "Wie geht es mit der Schule weiter?" anhören. Die Hoffnung war so formuliert: "Ein Abriss mache wirklich Sinn, dann käm' vielleicht eine Dreifachturnhalle hin."

Wind und Wasser


Lob ging an die "Weißenbrunner Kirwaleit", die mit einem Festzelt die Tradition fortsetzte. "Die gesamte Vorstandschaft hat's gut gemacht und die Kirchweih nicht zum Einschlafen gebracht". Gut kam dabei Vorsitzender Maximilian Sternkopf weg. Der Schlagertext "Ein Stern, der deinen Namen trägt" war auf ihn gemünzt. "Hau auf den Tisch", appellierte der Prediger an Kommandant Josef Fischer. Beim Einwintern der Hydranten taten sich nämlich Personalprobleme auf. Aloisius schrieb sich auch das umstrittene Thema Windkraft auf die Fahne.

"Die Mehrheit soll dann siegen und die Gemeinde eine richtige Entscheidung kriegen", war ein Vorschlag für den Bürgerentscheid. Es folgte die Mahnung: "Windräder bleiben vorerst umstritten, reißt euch zusammen und denkt an die guten Sitten." Erinnerungen an das Siedlerfest mit dem Motto "Weiß-blaue Nacht" keimten auf, als sich ein Damentrio nach einem Sturz von der Bierbank zu intensiv dem Slogan widmete und mit "blauen Flecken auf weißem Untergrund" die Fete verließ. Auch ein Fehlalarm kam ins Fadenkreuz. Notarzt, Polizei und Feuerwehren rückten umsonst aus, weil der Betroffene gar nicht Zuhause, sondern auf Kur war. Freunde und Verwandte befürchteten Schlimmes, weil er auf Klopfen und Klingeln nicht reagierte.

Ihr Fett bekam auch die Nachbarschaft weg. "Die sind mit sich selbst beschäftigt, das haben sie mit ihrem Nein zum Bauhof bekräftigt", ging in Richtung Etzenricht. Bauboom wurde Weiherhammer unterstellt: "Klappt es mit der Rewe nicht, dann kriegt ein Ärzte-Palast Gewicht. Jetzt kommt noch ein Hotel dazu, wenn es ums Bauen geht, geben die keine Ruh."

Gekoppelt daran war der Vorschlag, auf der Hauptstraße eine Ampelanlage für flüssigeren Verkehr einzurichten. "Oh wer hätte das gedacht, dass er das Schafkopfrennen macht, umgesetzt beim ersten Mal, wie schon bei der Marktratswahl", dichtete der Prediger über "Senkrechtstarter Adi", Gemeinderat Adrian Blödt.

Guter Ratschlag


Einen Vergleich mit einem "Lottospiel" enthielt der Vers, der sich auf die Beitragserhöhung des Siedlervereins bezog. "Einige Details sind zwar wichtig, alle zu bringen, ist nicht wichtig. Es reicht ganz kurz und relevant, die meisten Dinge sind eh bekannt", bekam Siedler-Vorsitzender Herbert Riedl als Tipp.

Das letzte Kapitel war wieder auf den Bürgermeister zugeschnitten. Aloisius rückte ihn mit dem Spruch "Im Förderdschungel greifst du nach jeder Liane" zu Leibe. Die Erklärung folgte prompt: "Ein Bushäuschen stellst du mal einfach nur für 1000 Euro hin, da macht die Gemeinde wieder höllischen Gewinn." Ein finaler Tarzanschrei beendete das "Derbleckn'.
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