Abriss vorerst vom Tisch

Die Denkmalschutzbehörde am Landratsamt lehnt einen Abriss des Schafferhofs im Herzen der Marktgemeinde ab. Bild: jr
Lokales
Konnersreuth
03.07.2015
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Ein Abbruch des denkmalgeschützten Schafferhofs in Konnersreuth kommt vorerst nicht in Frage: Das Landratsamt erteilt dafür keine Genehmigung. Eine Klage gegen diese Entscheidung lehnte der Marktrat jetzt mit den Stimmen von Freien Wählern und CSU ab.

Nach dem mehrheitlichen Bürgervotum für den Abriss des Anwesens mit anschließendem Neubau eines Resl-Dokumentationszentrums hatte die Marktgemeinde im Dezember 2014 die denkmalschutzrechtliche Erlaubnis zur Beseitigung des Anwesens beantragt. Der entsprechende Ablehnungsbescheid der Behörde sei Ende Juni eingegangen, wie Bürgermeister Max Bindl in der Sitzung am Donnerstag informierte.

Laut der Behörde würden die gesetzlichen Voraussetzungen für einen Abriss nicht erfüllt. Der Erhalt der historischen Bausubstanz liege im Interesse der Allgemeinheit. In dem mehrseitigen Schreiben heißt es unter anderem, dass der Schafferhof erst 2007 auf Antrag des Konnersreuther Marktrats in die Denkmalliste aufgenommen wurde. Max Bindl betonte, dass die Ausführungen des Landratsamtes nachvollziehbar seien. Die Erfolgsaussicht einer Klage gegen diesen Bescheid gehe nach Ansicht der Marktverwaltung "gegen Null". Zudem müsste im Falle einer Klage Geld hinterlegt und ein Anwalt beauftragt werden.

2. Bürgermeister Reinhard Wurm (Freie Wähler) warnte ebenfalls, dass eine Klage viel Geld kosten könnte und die Erfolgsaussichten gering seien. Von der CSU-Fraktion gab es keine Wortmeldung, während Wolfgang Pötzl und Edgar Wenisch (beide SPD) das Beschreiten des Klagewegs forderten. Pötzl nannte es befremdlich, wie eine Behörde den Bürgerwillen regelrecht abschmettere. "Unsere Diskussionen sollten zum Nutzen unserer Bürger geführt werden und nicht zum Nutzen einer Behörde."

Situation unverändert

Edgar Wenisch wollte wissen, welche Unterlagen bei der Antragstellung mit eingereicht worden seien. Bürgermeister Bindl erwiderte, dass man neben dem Antrag der Marktgemeinde auch den Antrag der Bürgerinitiative und die Unterlagen des Fördervereins vorgelegt habe. Wenisch erinnerte daran, dass die Nichtfinanzierbarkeit des ursprünglichen Projekts ausschlaggebend gewesen sei für das alternative Vorgehen. "Hat sich an dieser Situation etwas geändert?", fragte Wenisch, was der Bürgermeister knapp verneinte. Wenisch wollte dann wissen, wie die Marktgemeinde nun in Sachen Schafferhof weiter vorgehen wolle. Max Bindl kündigte daraufhin Informationen im nichtöffentlichen Teil der Sitzung an.
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