Bäcker-Bande auf Beutezug

Für Geschäftsführer Patrick Kutzer ist es ein Rätsel, warum sein Backhaus derzeit von einer ganzen Serie von Einbrüchen heimgesucht wird. Schon 20 seiner 52 Filialen waren das Ziel der unbekannten Täter. Jetzt investiert das Unternehmen gut 250 000 Euro in ein neues hochmodernes Sicherungssystem. Bild: jr
Lokales
Konnersreuth
24.09.2015
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Jeden Morgen der bange Blick: Haben die unbekannten Einbrecher wieder zugeschlagen? Vor allem die Filialen des Backhauses Kutzer haben es den nächtlichen "Besuchern" angetan. Jetzt reicht's dem Konnersreuther Unternehmen.

"Die Sicherheitsmaßnahmen werden entscheidend verbessert und ausgebaut", sagt Patrick Kutzer, der gemeinsam mit seinem Vater Robert das Backhaus mit seinen aktuell 52 Filialen leitet. In einer schon fast unheimlichen Serie erhielten bislang 20 Filialen ungebetenen Besuch. 17 Einbrüche gelangen, bei dreien blieb es beim Versuch.

Viel Beute machten die Täter nicht. Den angerichteten Schaden aber rechnet Kutzer mittlerweile auf über 100.000 Euro hoch. Die Serie läuft seit Donnerstag, 10. September. Da schlug die Band erstmals in Wunsiedel und Marktredwitz zu. Die Täter gehen dabei äußerst brutal und rücksichtslos vor, hebeln die Zugangstüren mit brachialer Gewalt auf oder schlagen gleich das Glas ein. Zielgerichtet steuern sie dann die Tresore an, reißen sie aus der Verankerung heraus, nehmen sie entweder mit oder brechen sie vor Ort mühsam auf. Anfangs machten die Einbrecher auch noch Beute, doch mittlerweile sind die Filialleiter angewiesen, kein Geld in den Geschäften mehr zu lassen. Für Patrick Kutzer ist es auffallend, dass in einer Nacht gleich mehrere seiner Filialen aufgebrochen werden. "Die liegen scheinbar auf einer Tour."

Welches Werkzeug die Täter verwenden und ob die Überwachungskameras brauchbare Bilder geliefert haben, das wird aus polizeitaktischen Gründen nicht berichtet. Jedenfalls müssen die Unbekannten über gute Ortskenntnisse verfügen. "Die wissen sofort, wo sie anpacken müssen, wo etwas sein könnte", erzählt Patrick Kutzer. Den Juniorchef verwundert die Skrupellosigkeit der Täter, die nicht über irgendein Hinterstübchen in die Gebäude einsteigen. "Die nehmen den Haupteingang, wie auf dem Präsentierteller." Dabei scheuen die Täter, wie etwa in Marktredwitz und Weiden, auch nicht die unmittelbare Nähe ihrer Objekte zur Polizei.

Der Geschäftsführer bittet die Kunden um Verständnis, wenn sie nach einem Einbruch zwei oder drei Stunden lang auf ihr gewohntes Frühstücksgebäck warten mussten, weil die Polizei noch zur Spurensicherung im Laden war. Überhaupt zollt er den Inspektionen in der nördlichen Oberpfalz und im benachbarten Oberfranken höchstes Lob. "Die fahnden mit Hochdruck nach den Tätern."

Patrick Kutzer selbst kann nachts kaum noch schlafen. "Bei unseren Mitarbeitern gibt es derzeit eine große Verunsicherung, ja sogar Angstzustände, wenn sie am Morgen in die Filialen kommen. Ich hoffe, dass dem Treiben bald ein Ende gesetzt wird." Mithelfen soll ein neues und noch besseres Alarmsystem, das in allen 52 Filialen zum Einsatz kommt. Dafür investiert das Konnersreuther Backhaus rund 250.000 Euro.

Oftmals sind andere Fachgeschäfte in der Nachbarschaft, die unbehelligt bleiben. "Die brechen unsere Tresore auf, suchen nach Geld, wenn sie nichts finden, gehen sie wieder", sagt Patrick Kutzer. Seniorchef Robert bestätigt, dass die Einbruchserie für die gesamte Familie belastend ist. "Keiner kann ermessen, was unsere Mitarbeiter und unsere Familie derzeit mitmacht."
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