Baustein zum Frieden

An den Beschuss von Konnersreuth vor genau 70 Jahren erinnerten in der Pfarrkirche Bürgermeister Max Bindl (rechts) und Pfarrseelsorger Pater Benedikt Leitmayr. Wie kaum ein anderer Ort in der Region war der Markt stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Bild: jr
Lokales
Konnersreuth
27.04.2015
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Strategisch wichtig war Konnersreuth im Krieg nicht. Und wichtige Industriegüter waren auch nicht da. Dennoch wurde der kleine Ort noch in den letzten Kriegstagen heftig beschossen.

Mit einem Gedenkgottesdienst erinnerten Pfarr- und Marktgemeinde an die damaligen Ereignisse. Musikalisch wurde die Feier vom Kirchenchor gestaltet. Unter den Gottesdienstbesuchern auch Äbtissin Laetitia Fech mit ihren Schwestern vom Kloster Waldsassen.

"Konnersreuth in Schutt und Asche - Ein Drittel der Marktgemeinde zerstört - Stiftlanddorf zwei Stunden lang unter Beschuss - Konnersreuth Schauplatz einer tragischen Konfrontation", zitierte Bürgermeister Max Bindl Überschriften aus Zeitungsberichten der vergangenen Jahrzehnte.

Der Sprecher sah es als eine Verpflichtung, die Erinnerung an all das Leid und seine Ursachen wach zu halten. Wie kaum ein anderer Ort im Landkreis sei Konnersreuth in erschreckender Weise in Mitleidenschaft gezogen worden. "Angriff und Gegenwehr wirkten sich so verheerend aus, dass 29 Anwesen und viele andere Gebäude niederbrannten. Die Zivilbevölkerung musste darunter leiden. Viele unserer Einwohner flohen in benachbarte Ortschaften oder in die umliegenden Wälder."

Dieser 20. April 1945 sei einer der dunkelsten Tage der Ortsgeschichte. Nur einigen besonnenen Menschen sei es zu verdanken, dass nicht noch Schlimmeres passiert und noch mehr Unheil hereingebrochen sei. Dennoch: "Konnersreuth hat sich nicht unterkriegen lassen und das ist auch heute noch so. In dieser schweren Zeit haben Frauen und Männer zusammengestanden und unsere Gemeinde in kürzester Zeit wieder aufgebaut." Ihnen sei es zu verdanken, das Konnersreuth wieder zu dem gemacht wurde, was es auch heute noch auszeichnet. "Nämlich kämpferisch und bescheiden, mitunter auch zurückhaltend, Oberpfälzer halt. Aber immer mit dem festen Willen, niemals aufzugeben und immer den Blick nach vorne gerichtet. Wir sollten dankbar sein für das Erreichte und es als Ansporn verstehen."

Pater Benedikt Leitmayr ergänzte: "Jeder Schuss auf Konnersreuth damals will heute ein Baustein für Frieden und Versöhnung sein. Nehmen wird diese Bausteine und bauen damit Brücken zueinander und finden Wege der Friedens füreinander, damit wir miteinander den Frieden leben können." Der Pfarrseelsorger zeigte sich überzeugt: "Krieg und Waffen haben noch nie Frieden gebracht. Frieden wächst im Herzen des einzelnen Menschen. Und wo dies gelingt, werden die Hände zu Frieden und Versöhnung gereicht."
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