Bürger äußern bei Diskussion vielfache Bedenken gegen neue Stromtrasse
Von Bündelung bis Atomstrom

Groß war das Interesse an der 6. Konnersreuther Energiekonferenz im Schiml-Saal. Die Besucher brachten sich nach den Vorträgen eifrig in die Diskussion ein. Bild: jr
Lokales
Konnersreuth
18.09.2015
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Eine lebhafte Diskussion schloss sich bei der Konnersreuther Energiekonferenz an die Vorträge der Referenten an. Eine Bürgerin aus Arzberg lehnte den Bau einer neuen Trasse vehement ab. Sie befürchtete, "dass unser guter Ökostrom nach Tschechien und Polen verschenkt wird und dagegen teurer Atomstrom bezogen wird." In Bezug auf die Ausführungen der Tennet-Vertreter sprach sie von einer "Hirnwäsche", der Ostbayernring komme ihrer Ansicht nach einer Monstertrasse gleich. Ina-Isabelle Haffke erwiderte, dass es Aufgabe ihres Unternehmens sei, Strom aus strukturschwachen Gebieten in Industriezentren zu bringen. "Bayern ist ein Industrieland und braucht Strom."

Gerald Schmid äußerte die Befürchtung, dass ins neue Netz auch Strom aus dem Kernkraftwerk Temelin eingespeist werden könnte. Ina-Isabelle Haffke bestätigte, dass es eine Vernetzung mit den Nachbarländern gebe. "Die beziehen von uns Strom, und wenn wir im Winter Strom brauchen, dann kommt dieser auch aus Frankreich und Österreich."

Petra Andritzky sah die Gefahr, dass die neue Trasse zu nah an die Wohnbebauung heranrücken könnte. Zudem wollte sie bestätigt wissen, dass die alte Trasse auch wirklich abgebaut wird. Ina-Isabelle Haffke versicherte, dass es bei diesem Vorgehen bleiben werde: "Wenn die neue Trasse fertig und am Netz ist, wird die alte Trasse rückgebaut."

Entschädigung für Landwirte

"Energiewende geht anders", bemerkte Bund-Naturschutz-Kreisvorsitzender Josef Siller und befürchtete eine Kombination von Gleichstrom- und Wechselstromtrassen. Die Tennet-Sprecherin schloss dies kategorisch aus, das Verlegen von Gleich- und Wechselstromleitungen auf einem Masten sei nicht möglich. Martin Härtl vom Bauernverband fragte nach den Entschädigungen für die Landwirte, auf deren Flächen die neuen Masten stehen sollen. Ina-Isabelle Haffke sagte, dass eine einmalige Entschädigung für die Bauern vorgesehen sei.

Willi Wenisch sprach sich dafür aus, den Strom dort zu produzieren, wo er auch gebraucht wird, nämlich in Südbayern. Die Tennet-Vertreterin dazu: "Windstrom kommt halt in der Regel aus dem Norden, wir müssen ihn in den Süden unserer Republik transportieren. Wir sind der Spediteur für den Strom." Dabei wies sie darauf hin, dass es in Südbayern sehr viele Photovoltaikanlagen gebe.
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