Es bleibt bei drei Feuerwehren

Das idyllisch gelegene Feuerwehrhaus in Neudorf wird auch weiterhin für Aus- und Fortbildungsveranstaltungen der aktiven Kameraden und nicht nur für gesellige Zusammenkünfte genutzt. Einen SPD-Antrag auf "freiwilligen Zusammenschluss aller Ortsfeuerwehren" lehnte der Marktrat ab. Bild: jr
Lokales
Konnersreuth
05.10.2015
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Die Mehrheit im Marktrat sieht keinen Handlungsbedarf, die Feuerwehren zusammenzulegen. Aktuell liegt auch kein Antrag von einer der beteiligten Wehren vor. Also bleiben Konnersreuth, Neudorf und Höflas eigenständig.

Noch einmal heftig diskutiert wurde im Marktrat über das Ansinnen, einen "freiwilligen Zusammenschluss der drei Ortsfeuerwehren" herbeizuführen. Die Mehrheit, bestehend aus Freien Wählern und CSU, war sich einig, den SPD-Antrag abzulehnen.

Bürgermeister Max Bindl erläuterte die Sachlage. Demnach fand am 27. August eine Dienstbesprechung mit dem Bürgermeister, den Fraktionsvorsitzenden und den Kommandanten der Feuerwehren Konnersreuth, Neudorf und Höflas statt. Dabei sei ganz klar zum Ausdruck gekommen, dass die Voraussetzungen für einen Zusammenschluss nicht gegeben seien. "Ich sehe derzeit keinen Bedarf, außer es kommt der Wunsch von einer der drei beteiligten Wehren", bezog sich der Bürgermeister auf den Punkt "Freiwilligkeit" im SPD-Antrag.

Reinhard Wurm (Freie Wähler) wusste, dass die drei Feuerwehren hervorragend zusammenarbeiten. Das habe er kürzlich bei einer gemeinsamen Übung festgestellt. Alle drei Wehren seien bestens ausgebildet. "Sollte eine der Dorffeuerwehren in die Konnersreuther Wehr eingegliedert werden, müsste das Gerätehaus vergrößert werden", gab Wurm zu bedenken. Dies würde die Gemeinde zusätzlich Geld kosten. "Unsere Feuerwehren sollen eigenständig bleiben und das ist gut so." Uwe Rosner (CSU) machte deutlich, dass der Antrag auf der Freiwilligkeit der Wehren basiert. Und hier sei der Wunsch nach einem Zusammenschluss nicht gegeben. Nicht ganz klar war ihm, wie die SPD auf ein Einsparpotenzial von 7000 Euro pro Jahr kommt.

Edgar Wenisch (SPD) konterte, dies werde aus den von der Verwaltung erstellten Unterlagen ersichtlich. Er begründete den Antrag mit dem demografischen Wandel und damit, dass die Dorffeuerwehren nicht die gleiche Ausrüstung wie die Konnersreuther haben. Außerdem sah er durch den Zusammenschluss eine Stärkung der "großen" Feuerwehr Konnersreuth. In den Bereich der Fantasie tat er die Meinung von Reinhard Wurm ab, das Gerätehaus sei dann zu klein. "Es wird sich in Zukunft zeigen, dass wir als SPD wieder einmal Recht hatten", sah Wenisch keines der Argumente widerlegt.

Edwin Pfohl (Freie Wähler) beklagte, dass die SPD-Räte im Vorfeld nicht das Gespräch mit den Dorffeuerwehren gesucht hätten. Der Kommandant der Feuerwehr Neudorf, machte deutlich, dass bei einem Zusammenschluss nicht automatisch alle Aktiven nach Konnersreuth wechseln würden. "Wir machen unseren Dienst nicht als Hobby, sondern im Auftrag der Marktgemeinde", wurde Pfohl deutlich. Maßlos ärgerte ihn das genannte Einsparpotenzial von 7000 Euro. "Diese Zahl stimmt hinten und vorne nicht." Auch bei einem Zusammenschluss bräuchten die Mitglieder der Dorffeuerwehren eine persönliche Schutzausrüstung, also blieben die Ausgaben gleich. Edgar Wenisch verwahrte sich gegen den Eindruck, nur die Feuerwehren seien Dienstleister: "Auch andere Vereine leisten auf diesem Sektor hervorragende Arbeit."

Dass bei den Ausgaben für die Kommandanten nichts gespart werde, betonte Alfons Haberkorn (CSU). Der Kommandant der Feuerwehr Konnersreuth sagte, dass jeder eine Aufwandsentschädigung nach der Anzahl der Fahrzeuge in seinem Fuhrpark bekomme. Bei einem Zusammenschluss sei mindestens ein weiteres Fahrzeug notwendig: "Wir müssen ja die Aktiven an den Einsatzort bringen." Und dann bekäme der Konnersreuther Kommandant mehr Geld: "Also wieder nichts gespart." Durch das Zusammenlegen von Lehrgängen versuche man ohnehin, zu sparen. Und im Übrigen sei jeder Feuerwehrdienstleistende aus den Dörfern schon jetzt herzlich eingeladen, zusätzlich bei der Konnersreuther Wehr anzutreten, wie es andernorts geschehe. Siegfried Schiml (Freie Wähler) gab auch als Vorsitzender der Feuerwehr Höflas zu bedenken, dass sich gerade die Dorffeuerwehren an den Anschaffungen finanziell beteiligten.

Edgar Wenisch reagierte insgesamt sauer und betonte erneut die Freiwilligkeit seines Anliegens. "Wenn ich im Marktrat keinen Antrag mehr stellen darf, dann muss mir das gesagt werden." Wolfgang Pötzl (SPD) machte deutlich, dass der Marktrat die Bürger mit Steuererhöhungen belaste, aber die Einsparpotenziale nicht gänzlich ausschöpfe. In der Abstimmung votierten nur er und Edgar Wenisch für ihren Antrag.
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