Freude und Enttäuschung

Trainer Stefan Hamann (im gelben Hemd), die Spieler und die Fans des TSV Konnersreuth feierten begeistert den Sieg gegen die SpVgg Wiesau. Bild: Gebert
Lokales
Konnersreuth
01.06.2015
9
0

Tolle Kulisse, Spannung, Nervenkitzel, Emotionen - das Relegationsspiel zur Bezirksliga zwischen dem TSV Konnersreuth und der SpVgg Wiesau hatte alles, was das Herz eines Fußball-Anhängers begehrt. Die beiden Trainer standen am Tag danach immer noch unter dem Eindruck der Ereignisse.

2:2 nach der regulären Spielzeit, 3:3 nach der Verlängerung und als Krönung das Elfmeterschießen: 1300 Zuschauer erlebten am Sonntag auf dem Gelände des SV Mitterteich zwar kein spielerisch hochklassiges, aber ein ungemein spannendes Entscheidungsspiel - mit dem glücklicheren Ende für den TSV Konnersreuth. Der Zweite der Kreisliga Süd setzte sich im Elfmeterschießen mit 4:2 durch und darf weiter vom Aufstieg träumen. Der Bezirksliga-14. SpVgg Wiesau dagegen muss nach zwei Jahren wieder zurück in die Kreisliga.

"Es war ein 50:50-Spiel und einen musste es erwischen, leider waren wir es", erklärte der enttäuschte SpVgg-Trainer Markus Pappenberger. Sein Team sei zwar nach dem 1:2 und 2:3 zweimal zurückgekommen, habe aber insgesamt das vorhandene Potenzial nicht abgerufen. "Was Routine und Abgezocktheit betrifft, hätten wir mehr bringen müssen. Vor allem die Führungsspieler haben etwas enttäuscht", sagte Pappenberger.

Der SpVgg-Coach beklagte aber auch ein bisschen Pech, vor allem das frühe Ausscheiden von Christoph Höppler. Der Ex-Poppenreuther, der in der Winterpause gekommen war, absolvierte am Sonntag sein erstes Spiel für die Wiesauer. Doch schon nach 19 Minuten musste Höppler verletzt raus. Pappenberger: "Er hatte stark trainiert und war richtig heiß."

Lauton zu Vorwärts Röslau

Noch unter dem Eindruck des doppelten Abstiegs - am Samstag war die "Zweite" in die A-Klasse abgestiegen - blickt Pappenberger dennoch vorsichtig optimistisch in die Zukunft. "Einen Umbruch gibt es nicht. Ich gehe davon aus, dass die meisten Stammkräfte bleiben." Bisher steht nur der Abgang von Benjamin Lauton zum Landesligisten FC Vorwärts Röslau fest. In der Kreisliga werde ein Platz im vorderen Bereich angepeilt. Das Ziel sofortiger Wiederaufstieg werde vor Saisonbeginn nicht formuliert, um nicht unnötig Druck aufzubauen. Denn Pappenberger weiß: "Die Kreisliga wird bärenstark!"

Ob in dieser Kreisliga auch Konnersreuth vertreten ist, entscheidet sich in den nächsten zwei Wochen. Zunächst folgt am Sonntag, 7. Juni, um 16 Uhr in Wunsiedel das zweite Relegationsspiel gegen den TSV St. Johannis Bayreuth. Über den "Vize" der Kreisliga 2 Bayreuth-Kulmbach, der mit dem FC Rehau ebenfalls einen Bezirksligisten ausgeschaltet hat, wusste der Konnersreuther Trainer Stefan Hamann am Montag noch nichts. "Damit habe ich mich noch nicht befasst. Für mich zählte nur das Spiel gegen Wiesau. Aber jetzt mache ich mich natürlich schlau."

Den Sieg gegen den Bezirksligisten feierten die Konnersreuther auf dem Platz zusammen mit ihren begeisterten Anhängern. "Danach hielt sich die Feier in Grenzen, denn wir haben ja noch nichts erreicht", sagte Hamann, der wie seine Spieler von der tollen Atmosphäre angetan war: "Das war für alle ein Erlebnis."

Gegen die Wagnerstädter erwartet Hamann erneut ein 50:50-Spiel, in dem es keinen Favoriten gibt. Er gehe wie sein Team ganz gelassen an die nächste Aufgabe heran. "Der Aufstieg war nie unser Ziel, aber wir nehmen natürlich mit, was kommt." Und dann gibt sich Hamann, der die Mannschaft nach der Saison an Mario Gebhard übergibt, aber doch kämpferisch: "Wenn man so weit gekommen ist, will man auch den nächsten Schritt und den letzten Schritt machen."
Weitere Beiträge zu den Themen: SpVgg (24098)Juni 2015 (7772)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.